Das Wort des Lebens
lebensstudium

Teilhaben an der überreichen Versorgung mit dem Geist und die Reichtümer Christi genießen, indem wir das Wort Gottes empfangen (1)

15 Min. Lesezeit

Viele Christen lieben Jesus von Herzen und denken gleichzeitig an Ihn vor allem als den erhöhten Herrn im Himmel. Doch das Neue Testament zeichnet ein viel näherliegendes Bild: Christus wohnt in den Seinen, will in ihnen leben und sich durch sie zeigen. Paulus beschreibt ein Leben, in dem Christus nicht nur das große Thema der Bibel ist, sondern selbst der Inhalt des eigenen Alltags. Wie aber wird dieser Christus aus der Lehre eine erlebbare Person in uns, sodass unsere Gedanken, unsere Entscheidungen und sogar unser Umgang mit schwierigen Umständen von Ihm geprägt werden?

Christus in uns: wohnen, leben, Gestalt gewinnen

Wenn das Neue Testament davon spricht, dass Christus in uns wohnt, berührt es das Innerste dessen, was ein Christ überhaupt ist. Der Herr sagt: „Bleibt in Mir, und Ich in euch“ (Johannes 15:4). Hier begegnet uns kein distanzierter Helfer, der gelegentlich vorbeikommt, sondern ein Herr, der unser Inneres als Seinen Wohnort beansprucht. Wohnen ist mehr als besuchen: Wer wohnt, richtet sich ein, bewegt sich frei, prägt Atmosphäre und Rhythmus eines Hauses. So meint Paulus nicht bloß eine tröstliche Nähe, wenn er bekennt: „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“; er beschreibt eine Realität, in der Christus im Zentrum seiner Person steht, denkt, fühlt und handelt – in ihm und durch ihn.

In Galater 2:20 heißt es: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.“ Zu sagen, dass Christus in uns lebt, ist sogar stärker, als zu sagen, dass Er in uns bleibt. Wenn ich einen anderen Ort besuche, kann ich im Haus eines Bruders bleiben. Dennoch kann ich nicht sagen, dass ich dort lebe. Ich bleibe dort nur vorübergehend und mit gewissen Einschränkungen. Wenn ich jedoch in mein eigenes Zuhause zurückkehre, kann ich dort leben. An einem bestimmten Ort zu leben bedeutet, volle Freiheit zu haben. … Zu sagen, dass Christus in uns lebt, bedeutet, dass Er die volle Freiheit hat zu sprechen, zu handeln und Sich zu verhalten. Er kann in uns alles tun, was Er begehrt, denn Er hat uns erlöst und uns zu Seiner Wohnstätte gemacht. (Witness Lee, Life-Study of Philippians, Botschaft neununddreißig, S. 348)

Epheser 3 zeichnet das in sanfter, aber konsequenter Linie nach: Christus soll durch den Glauben in unseren Herzen „Wohnung machen“. Es beginnt in unserem wiedergeborenen Geist, doch der Herr drängt weiter: in die Gedanken, die sich an Ihm ausrichten; in Gefühle, die von Ihm beruhigt oder entzündet werden; in Entscheidungen, die vor Ihm Bestand haben sollen. In dieser Bewegung gewinnt Christus Gestalt in uns, wie Paulus es in Galater 4 anklagt und zugleich erhofft. Je mehr unser innerer Mensch von Ihm durchdrungen wird, desto weniger leben wir neben Ihm her. Unser Alltag – die Art, wie wir sprechen, zuhören, planen, leiden und uns freuen – wird zu einem stillen, aber deutlichen Hinweis darauf, wer in uns wohnt. Das ist nicht drückende Forderung, sondern tiefe Ermutigung: Wir müssen Christus nicht aus eigener Kraft nachahmen; wir dürfen Ihn in uns leben lassen. Wer so auf den inwendigen Bewohner achtet, entdeckt Schritt für Schritt, wie sein inneres Haus heller, freier und wahrhaftiger wird – nicht, weil er sich selbst perfektioniert, sondern weil der Herr des Hauses sich entfalten kann.

Dieses Wohnen Christi in uns bleibt jedoch nicht abstrakt. Es ist aufs Engste verbunden mit der Weise, wie wir Sein Wort empfangen. Das gesprochene und geschriebene Wort ist gleichsam der Schlüsselbund, mit dem Christus immer neue Räume unseres Herzens aufschließt. Wenn wir Sein Wort nicht nur hören, sondern in uns aufnehmen, darüber nachsinnen, es im Gebet bewegen, verschafft es dem Herrn Bewegungsfreiheit in uns. So wird das, was Er sagt, nicht bei einem äußeren Gebot stehenbleiben, sondern in unserem inneren Menschen zu einer Kraft werden. Das Wort deckt Widerstände auf, tröstet Verletzungen, korrigiert verzerrte Bilder, weitet enge Horizonte – und gerade darin bereitet es Christus eine feste, liebevoll geordnete Wohnstätte. Wo wir Ihm in einzelnen Bereichen Raum geben, ringt Er uns nicht nieder, sondern richtet uns innerlich auf. Der Blick auf uns selbst wird nüchterner, aber nicht hoffnungslos; der Blick auf Ihn wird klarer und anziehender. So wächst inmitten alltäglicher Begrenzung eine stille Gewissheit: Ich bin nicht allein mit mir selbst, ich trage einen Bewohner, der mich besser kennt, als ich mich selbst, und der mit Geduld und Zielstrebigkeit meine innerste Wohnung in ein Haus verwandelt, in dem Gott sich wohlfühlt.

Bleibt in Mir, und Ich in euch. Wie die Rebe von sich aus keine Frucht bringen kann, wenn sie nicht im Weinstock bleibt, so könnt auch ihr es nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt. (Joh. 15:4)

Wo Christus nicht nur gelegentlicher Gast bleibt, sondern wirklich wohnt, verliert das Ich seine Rolle als heimlicher Hausherr. Das geschieht unscheinbar und doch tiefreichend, indem Sein Wort, getragen vom Geist, unsere inneren Räume erhellt und ordnet. Dort, wo wir zulassen, dass Sein Reden unsere Gedanken hinterfragt, unsere Gefühle berührt und unsere Entscheidungen formt, wächst eine stille Freiheit: Wir müssen unser Leben nicht mehr aus eigener Kraft kontrollieren. Stattdessen dürfen wir mit wachsender Gelassenheit sagen: Der, der in mir lebt, kennt meinen Weg – und Er ist treu, aus meinem inneren Durcheinander eine Wohnung zu machen, in der Er gerne bleibt.

Überreiche Versorgung mit dem Geist: Christus im Alltag groß machen

In den Fesseln Roms schreibt Paulus Worte, die den gewohnten Blick auf schwierige Umstände radikal verschieben. Er rechnet damit, dass seine Lage „zur Errettung“ ausschlagen wird „durch euer Flehen und die überströmende Versorgung mit dem Geist Jesu Christi“ (Phil. 1:19). Es geht ihm dabei nicht zuerst um die Frage, ob er dem Tod entkommen wird, sondern darum, ob er unter Druck beschämt oder bewahrt sein wird – ob Christus in ihm klein oder groß erscheint. Darum kann er unmittelbar danach sagen, dass er erwartet, „dass mit allem Freimut wie allezeit, so auch jetzt Christus in meinem Leib groß gemacht werden wird, sei es durch Leben oder durch Tod“ (Phil. 1:20). Errettung meint hier: Christus wird nicht verschleiert, sondern vergrößert sichtbar, gerade mitten in den schwierigsten Umständen.

In Vers 19 sagt Paulus, dass seine Umstände durch das Flehen der Heiligen und die überreiche Versorgung mit dem Geist Jesu Christi zu seiner Errettung ausschlagen werden. Aus Vers 20 sehen wir, dass die Errettung, die Paulus zu erfahren erwartete, darin bestand, dass Christus in allem mit aller Freimütigkeit in ihm groß gemacht würde, anstatt dass er beschämt würde. Dass also die Umgebung des Paulus zu seiner Errettung ausschlagen würde, bedeutet, dass sie zur Vergrößerung Christi in ihm ausschlagen würde. Daher ist die Errettung hier in Wirklichkeit Christus, der in ihm groß gemacht wird. (Witness Lee, Life-Study of Philippians, Botschaft neununddreißig, S. 353)

Die überreiche Versorgung mit dem Geist Jesu Christi ist dabei keine abstrakte Größe. Sie ist die konkrete, gegenwärtige Wirksamkeit des gekreuzigten und auferstandenen Herrn in der konkreten Lage des Apostels. Paulus erlebt: Ich stehe nicht allein meiner Schwachheit, meinen Ängsten, meiner Unsicherheit gegenüber; in mir wirkt ein anderer, der mich trägt, inspiriert, korrigiert und freimacht. So wird die bekannte Aussage: „Denn zu leben ist für mich Christus“ (Phil. 1:21), zum Schlüssel: Das Leben des Paulus besteht darin, dass der innewohnende Christus immer mehr Raum gewinnt, seine Regungen, seine Worte, seine Reaktionen zu bestimmen. Dieses Wirken des Geistes geschieht nicht losgelöst von unserem Inneren, sondern gerade darin, dass Gott „sowohl das Wollen als auch das Vollbringen in euch wirkt für Sein Wohlgefallen“ (Phil. 2:13). Wir bleiben echte Personen mit eigenem Empfinden, doch der Geist durchzieht unser Inneres mit göttlicher Energie und Ausrichtung.

Dadurch gewinnt auch das Wort Gottes einen neuen Klang. Wenn Paulus im Epheserbrief davon spricht, das „Schwert des Geistes, der das Wort Gottes ist“ zu empfangen (Eph. 6:17), verbindet er die überreiche Versorgung des Geistes mit dem gesprochenen Wort. Der Geist nimmt das Wort und macht es in der konkreten Situation lebendig und treffend – nicht, um zu zerstören, sondern um zu trennen, zu befreien, zu schützen. In Momenten, in denen unser Inneres zum Murren oder zu zersetzenden Überlegungen neigt, erinnert uns das Wort, dass Gott am Werk ist, und der Geist stärkt uns, uns nicht vom Trend der Umgebung mitreißen zu lassen. So entsteht mitten in einer „verkehrten und verdrehten Generation“ ein anderes Leuchten: Menschen, deren Reaktion nicht von Bitterkeit, sondern von innerem Freimut geprägt ist, weil der Geist Christi sie reichlich versorgt. Diese Versorgung nimmt den Druck nicht immer weg, aber sie verwandelt ihn in einen Raum, in dem Christus sichtbar groß werden kann.

Wer so auf den Geist Jesu Christi vertraut, wird nicht unempfindlich für die Härte der Umstände, aber er verliert weniger in ihnen sich selbst. Es wächst ein stilles Staunen: Meine Begrenzungen, meine Fesseln – welcher Art sie auch sein mögen – sind dem Herrn nicht im Weg; sie können sogar zum Anlass werden, dass Er in mir deutlicher in Erscheinung tritt. Die überreiche Versorgung mit dem Geist ist keine Sonderausrüstung für geistliche „Spezialisten“, sondern das Erbteil aller, die Christus gehören. Indem wir uns immer wieder innerlich an Ihn wenden, Sein Wort im Glauben ergreifen und uns von Seinem Wirken durchdringen lassen, entdecken wir: Auch mein Alltag, mit seinen Mühen, Spannungen und Unsicherheiten, kann zum Schauplatz werden, an dem Christus groß gemacht wird – nicht durch spektakuläre Leistungen, sondern durch einen inneren Weg, auf dem Er treu und reichlich versorgt.

denn ich weiß, dass mir dies zur Errettung dienen wird durch euer Flehen und die überströmende Versorgung mit dem Geist Jesu Christi, nach meiner sehnsüchtigen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts zuschanden werde, sondern dass mit allem Freimut wie allezeit, so auch jetzt Christus in meinem Leib groß gemacht werden wird, sei es durch Leben oder durch Tod. Denn zu leben ist für mich Christus und zu sterben ist Gewinn. (Phil. 1:19-21)

Und empfangt den Helm der Errettung und das Schwert des Geistes, der das Wort Gottes ist, durch jede Art von Gebet und Flehen, indem ihr zu jeder Zeit im Geist betet und hierzu wachsam seid in aller Beharrlichkeit und in allem Flehen für alle Heiligen, (Eph. 6:17-18)

Die Fesseln des Paulus haben eine überraschende Botschaft für den eigenen Alltag: Gott misst unsere Errettung nicht daran, wie glatt unsere Wege verlaufen, sondern daran, wie viel Raum Christus in uns erhält, gerade wenn es eng wird. Die überreiche Versorgung mit dem Geist Jesu Christi ist kein fernes Versprechen, sondern eine stille, tragende Gegenwart, die unsere inneren Reaktionen verwandelt. Wo wir lernen, unsere Situationen nicht nur zu ertragen, sondern darin auf den inwendigen Geist zu achten und Sein Wort an uns heranzulassen, wachsen wir hinein in ein Leben, in dem Christus nicht verschwindet, sondern unter Druck deutlicher hervortritt. Darin liegt eine tiefe Ermutigung: Kein Tag ist zu gewöhnlich, keine Lage zu schwierig, als dass Christus sie nicht gebrauchen könnte, um in uns und durch uns groß zu werden.

Vom Kulturmenschen zum Christusmenschen: durch das Wort des Lebens verwandelt

Kein Mensch wächst im luftleeren Raum auf. Sprache, Gesten, unausgesprochene Erwartungen, nationale Prägungen, familiäre Muster – all dies lagert sich in uns ab und formt eine innere „Kultur“, nach der wir spontan reagieren. Paulus beschreibt diesen Prozess, wenn er vom „diesem Zeitalter gleichgestaltet“ sein spricht; es ist das Bild eines Menschen, der sich von den Strömungen seiner Zeit von außen her formen lässt. Dem stellt er in Römer 12:2 einen anderen Weg gegenüber: „Und passt euch nicht diesem Zeitalter an, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes.“ Hier geht es nicht um ein bisschen Umdenken auf der Oberfläche, sondern um eine tiefe, organische Erneuerung, in der ein anderer Inhalt unser Inneres durchdringt – Christus selbst mit Seinen Gedanken, Seinem Fühlen und Wollen.

In Römer 12:2 fordert Paulus uns auf, diesem Zeitalter nicht gleichgestaltet zu sein, sondern verwandelt zu werden durch die Erneuerung des Sinnes. Diesem Zeitalter gleichgestaltet zu sein bedeutet, äußerlich nach dem Stil des Zeitalters, nach dem Trend der Welt geformt zu werden. Verwandelt zu werden bedeutet, innerlich und organisch erneuert zu werden. … Sinnesbeugung ist das Ergebnis eines äußeren Einflusses auf den Sinn eines Menschen, die Erneuerung des Sinnes hingegen beinhaltet eine innerliche, organische, stoffwechselhafte Umwandlung im Leben. (Witness Lee, Life-Study of Philippians, Botschaft neununddreißig, S. 351)

Diese Verwandlung ist untrennbar mit dem Wort Gottes verbunden. Wenn Paulus die Gläubigen in Philippi ermutigt, das „Wort des Lebens“ darzureichen (Phil. 2:16), macht er deutlich: Das Wort ist nicht bloße Information, sondern Träger göttlichen Lebens. Der Herr Jesus selbst sagt: „Die Worte, die Ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Johannes 6:63). Wo dieses Wort an unser Inneres herantritt, beginnt eine stille, aber kraftvolle Umgestaltung. Es stellt nicht nur Konzepte richtig, sondern speist eine neue Lebenssubstanz in unseren inneren Menschen ein. Deshalb ruft der Kolosserbrief: „Lasst das Wort Christi reichlich in euch wohnen in aller Weisheit“ (Kolosser 3:16). Reichlich – nicht als gelegentlicher Impuls, sondern wie eine tägliche Nahrung, die unseren inneren Stoffwechsel prägt. So geschieht eine stoffwechselhafte Umwandlung: Altes Denken wird nicht nur überdeckt, sondern schrittweise verdrängt, weil ein neues Leben in uns zunimmt.

Der Weg vom Kulturmenschen zum Christusmenschen verläuft daher nicht über äußerliche Vermummung, sondern über innere Konstitution. Es genügt nicht, eine christliche Fassade über alte Muster zu legen; dann bleiben wir innerlich denselben Prägungen verpflichtet und geraten ständig in Spannung mit dem, was wir zu glauben bekennen. Wenn hingegen das Wort Christi in uns wohnt, geleitet vom Geist, beginnt sich unser spontanes Empfinden zu verändern. Wo wir früher aus verletzter Ehre heraus reagierten, meldet sich ein neues Empfinden der Sanftmut. Wo wir selbstverständlich in Kategorien von Leistung, Ansehen oder nationaler Überlegenheit dachten, weitet sich der Sinn für das Reich Gottes. Diese Veränderung ist oft unspektakulär und zugleich tiefgehend: Sie zeigt sich darin, dass Christus in konkreten Situationen unser spontaner Bezugspunkt wird – nicht unsere Herkunft, nicht unser Temperament, nicht unsere Tradition. So wächst ein Mensch heran, dessen Identität nicht mehr primär aus seiner Kultur, sondern aus Christus schöpft.

Damit gewinnt der Alltag eine überraschende Würde. Gewohnte Konfliktfelder – Familie, Arbeit, Gemeinde, gesellschaftliche Fragen – werden zum Feld dieser inneren Umwandlung. Überall dort kann das Wort des Lebens auf unsere eingebrannten Muster treffen und sie in ein neues Licht stellen. Das mag auch schmerzhaft sein, weil es uns entlarvt und herausfordert. Zugleich liegt darin tiefer Trost: Christus lässt uns nicht in der Enge unserer Herkunft zurück, sondern führt uns Schritt für Schritt in die Weite Seines eigenen Lebens hinein. Jeder kleine Schritt, in dem Sein Wort mehr Gewicht erhält als unsere gelernten Reflexe, ist ein Zeichen, dass die Verwandlung voranschreitet. So dürfen wir nüchtern und zugleich hoffnungsvoll auf uns selbst blicken: Wir sind nicht dazu bestimmt, lebenslang Gefangene unserer Kultur zu bleiben; der Herr ist treu, uns durch Sein lebendiges Wort in Christusmenschen zu verwandeln, deren Denken, Fühlen und Handeln von Seiner Gegenwart durchzogen ist.

indem ihr das Wort des Lebens darreicht, damit ich am Tag Christi den Ruhm habe, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin und mich nicht vergeblich abgemüht habe. (Phil. 2:16)

Lasst das Wort Christi reichlich in euch wohnen in aller Weisheit, indem ihr einander lehrt und zurechtweist mit Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern und indem ihr Gott mit Gnade in euren Herzen singt. (Kol. 3:16)

Die Macht unserer kulturellen Prägungen ist real, aber nicht endgültig. Gott begegnet ihr nicht mit äußerlichem Druck, sondern mit innerer Erneuerung durch Sein Wort. Wo wir dieses Wort nicht nur hören, sondern ihm in unserem Inneren Raum geben, beginnt es, unsere eingeübten Muster zu durchleuchten und mit einer anderen Wirklichkeit zu füllen – mit Christus selbst. So wird aus einem Leben, das von Herkunft, Milieu und Zeitgeist bestimmt ist, nach und nach ein Leben, das aus der Gegenwart des Herrn lebt. Die Sicht auf uns selbst wird realistischer, ohne resigniert zu werden, denn mitten in allen Begrenzungen spricht das Wort des Lebens zu: Deine Geschichte ist nicht festgeschrieben – der Christus in dir ist fähig, dich zu verwandeln, bis Sein Denken und Sein Wesen in deinem Alltag sichtbar werden.


Herr Jesus Christus, danke, dass Du nicht fern bleibst, sondern als lebendiger Geist in uns wohnst und uns mit Deiner überreichen Versorgung umgibst. Du siehst, wie oft unsere Gedanken, Gefühle und Entscheidungen noch von alter Prägung und eigener Kraft bestimmt sind, und doch gibst Du uns Dein Wort des Lebens, um uns von innen her zu erneuern. Stärke unseren inneren Menschen, damit Du immer freier in unseren Herzen Wohnung machen kannst und Deine Gestalt in uns wächst. Lass Dein Wort reichlich in uns wohnen, alles Fremde und Alte in uns zurückdrängen und uns mit Deinen Reichtümern erfüllen, sodass unser Reden, unser Verhalten und unser Umgang mit Schwierigkeiten Dich groß machen. Bewirke in uns das Wollen und Vollbringen nach Deinem Wohlgefallen, damit wir inmitten einer dunklen Welt als Lichter erscheinen und andere durch unser Leben etwas von Dir sehen. Tröste, richte auf und verwandle uns durch Deinen Geist und Dein Wort, bis Du alles in allem in uns bist. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Philippians, Chapter 39

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