Das Wort des Lebens
lebensstudium

Ein Wort zur Berichtigung des Missverständnisses über den Tag des Kommens des Herrn (2)

14 Min. Lesezeit

Kaum ein Thema löst unter Christen so viele Fragen und Emotionen aus wie die Wiederkunft des Herrn: Kommt Er vor oder nach der großen Trübsal, wird die Gemeinde heimlich entrückt, wie fügt sich all das in Gottes Plan mit Israel ein? Hinter vielen Spekulationen steht die stille Sehnsucht zu wissen, wo wir uns in Gottes Zeitplan befinden und wie wir angesichts wachsender Gesetzlosigkeit auf dieser Erde standhalten können. Ein nüchterner Blick in die Schrift zeigt, dass Gott eine klare Linie von den siebzig Wochen in Daniel über die Gemeindezeit bis hin zur Offenbarung des Antichristen und zur Parusie Christi gezogen hat – nicht, um Angst zu machen, sondern um zu trösten, zu korrigieren und zu festigen.

Die siebzig Wochen in Daniel: Gottes Zeitplan mit Israel und dem Ende dieses Zeitalters

Wenn Daniel vom Engel hört: „Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt“ (Daniel 9:24), öffnet sich vor ihm ein weiter Horizont. Diese Worte spannen einen Bogen von der damaligen Gefangenschaft in Babel bis zur Vollendung der Wege Gottes mit Israel und Jerusalem. Sie richten den Blick weg von der unmittelbaren Not des Exils hin zu einem präzisen, von Gott gesetzten Zeitplan. Eine „Woche“ steht hier für sieben Jahre; in vierhundertneunzig Jahren will Gott das behandeln, was die Beziehung zwischen ihm, seinem Volk und seiner Stadt belastet: „um das Verbrechen zum Abschluß zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Schuld zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen“. Es geht nicht nur um politische Wiederherstellung, sondern um eine tiefe moralische und geistliche Klärung – um das Ende der Sünde und den Anbruch einer Gerechtigkeit, die nicht mehr vergeht. Damit sind Kreuz und Reich in einem Atemzug angedeutet: das Opfer des Messias, das die Schuld sühnt, und die kommende Herrschaft, in der Gerechtigkeit die Erde prägt.

Daniel 9:24 lautet: „Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um das Verbrechen zum Abschluß zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Schuld zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen und Gesicht und Propheten zu versiegeln, und ein Allerheiligstes zu salben.“ In diesem Vers entspricht eine Woche sieben Jahren. Siebzig Wochen sind daher siebzigmal sieben Jahre, also vierhundertneunzig Jahre. Daniel wurde gesagt, dass diese siebzig Wochen „über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt“ sind. Das bedeutet, dass sich die siebzig Wochen auf Daniels Volk, die Kinder Israels, und auf die heilige Stadt Jerusalem beziehen. (Witness Lee, Life-Study of 2 Thessalonians, Botschaft drei, S. 22)

Die Aufteilung der siebzig Wochen zeigt, wie sorgfältig Gott seine Heilsgeschichte ordnet. Die ersten sieben Wochen umfassen die Zeit vom Befehl, Jerusalem wieder aufzubauen, bis zur Vollendung dieses Wiederaufbaus – eine Zeit mühsamer Wiederherstellung „in der Bedrängnis der Zeiten“ (Daniel 9:25). Darauf folgen zweiundsechzig Wochen, die zu dem „Gesalbten, einem Fürsten“ hinführen. Nach diesen neunundsechzig Wochen, sagt Daniel, wird „ein Gesalbter ausgerottet werden und wird keine Hilfe finden“ (Daniel 9:26). In dieser nüchternen Formulierung leuchtet das Kreuz auf: Der Messias wird abgeschnitten, scheinbar verlassen, und doch genau in diesem scheinbaren Scheitern erfüllt sich Gottes Plan. Christus stirbt nicht für sich, sondern als Sündopfer und Sündenträger für viele.

Unmittelbar neben dem Leiden des Messias steht das Gericht über Stadt und Heiligtum: „Das Volk eines kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören“ (Daniel 9:26). In der Geschichte ging dies in der Zerstörung Jerusalems durch die römischen Legionen unter Titus in Erfüllung. Die Prophetie blickt aber weiter: Zwischen dem „kommenden Fürsten“ und dem späteren „Er“ der siebzigsten Woche spannt sich eine Linie bis hin zum Antichristen. In der letzten Woche, dem noch ausstehenden letzten Siebenjahresabschnitt, „wird er einen Bund für die Vielen stark machen, eine Woche lang; und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen“ (Daniel 9:27). Ein charismatischer, politisch begabter, aber zutiefst gottfeindlicher Herrscher bindet sich an Israel, nur um den Bund mitten in der Zeit zu brechen, Opfer und Speisopfer zu beenden und Greuel der Verwüstung aufzurichten. Die große Trübsal ist keine unkontrollierte Explosion des Bösen, sondern die letzte, zugemessene Phase in einem schon lange abgesteckten Plan.

Gottes Weg mit Israel endet nicht im Gericht, sondern in der eingeführten „ewigen Gerechtigkeit“ (Daniel 9:24). Die siebzig Wochen sind „über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt“; sie führen nicht an Israel vorbei, sondern mit Israel hin zu der Zeit, da der Messias als König herrschen und das tausendjährige Reich anbrechen wird. Die Linien der Prophetie verlangen Geduld: Jahrzehnte, Jahrhunderte, ja Jahrtausende werden von wenigen Versen umspannt, und doch ist kein Jahr, kein Tag dem Zufall überlassen. Für Menschen, die in einer Kultur des Sofortigen leben, mag dieser weite Horizont fremd wirken. Aber er birgt Trost: Die Geschichte ist nicht eine Kette von Zufällen, sondern die Bühne eines Gottes, der Zeiten festsetzt, Pausen einlegt, wieder anknüpft und am Ende seine guten Absichten sichtbar macht.

Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um das Verbrechen zum Abschluß zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Schuld zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen und Gesicht und Propheten zu versiegeln, und ein Allerheiligstes zu salben. (Dan. 9:24)

Und nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und wird keine (Hilfe) finden. Und das Volk eines kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, und sein Ende ist in einer Überflutung; und bis zum Ende ist Krieg, fest beschlossene Verwüstungen. (Dan. 9:26)

Die Betrachtung der siebzig Wochen lädt dazu ein, das eigene Leben in einen größeren Rahmen zu stellen. Persönliche Umwege, Verzögerungen und Brüche verlieren ihren lähmenden Charakter, wenn sie im Licht eines Gottes gesehen werden, der souverän mit Jahrhunderten umgeht und dennoch jeden einzelnen Schritt kennt. Die Gewissheit, dass der Messias, der „ausgerottet“ wurde, am Ende in Gerechtigkeit herrschen wird, stärkt leise, aber tief: Nicht das Chaos, sondern Christus hat das letzte Wort – über Jerusalem, über die Nationen und über die verborgenen Wege des Einzelnen.

Die Gemeindezeit als eingeschobene Heilsgeschichte und die Offenbarung des Antichristen

Zwischen der neunundsechzigsten und der siebzigsten Woche Daniels öffnet sich eine Spanne, die in Daniel 9 selbst nur angedeutet, im Neuen Testament aber entfaltet wird. Nach dem „Ausgerottetwerden“ des Gesalbten setzt Gott seinen Plan mit Israel nicht sofort in der letzten Woche fort; die prophetische Uhr hält inne. In dieser Unterbrechung, in diesem Einschub, richtet Gott seine Aufmerksamkeit in besonderer Weise auf die Gemeinde, die aus Juden und Nationen zu einem neuen Menschen zusammengefügt wird. Christus baut in dieser Zeit seinen Leib, seine Braut, und lässt das Evangelium des Reiches bis an die Enden der Erde bezeugen, wie es in Matthäus 22:9 heißt: „so geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit.“ Die Einladung Gottes verlässt den engen Rahmen Israels und erreicht die Nationen – nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung seines Heilsplans.

Nach der Kreuzigung Christi wurden die siebzig Wochen unterbrochen. Diese Unterbrechung dauert an bis zum Beginn der letzten sieben Jahre dieses Zeitalters. (Witness Lee, Life-Study of 2 Thessalonians, Botschaft drei, S. 24)

Diese Gemeindezeit ist ein Zeitalter des Geheimnisses. Paulus spricht im 2. Thessalonicherbrief davon, dass „das Geheimnis der Gesetzlosigkeit schon am Wirken“ ist, zugleich aber noch etwas oder jemand aufhält, dass der „Mensch der Gesetzlosigkeit“ offen hervortritt (2. Thessalonicher 2:7). Die Gesetzlosigkeit ist also nicht erst ein Phänomen der letzten Tage; sie durchzieht die Gemeindezeit vom Anfang an, verborgen, unter der Oberfläche, oft religiös getarnt. Und dennoch ist sie begrenzt: Es gibt ein göttliches Zurückhalten, das verhindert, dass die Bosheit in ihrer letzten Gestalt sichtbar wird, bevor Gottes Zeit gekommen ist. Erst wenn der Hemmende weggenommen ist, wird der Antichrist offenbar werden, „der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei“ (2. Thessalonicher 2:4).

Für die Thessalonicher war die Versuchung groß, das Leiden ihrer Zeit unmittelbar mit dem Tag des Herrn gleichzusetzen. Paulus korrigiert sie: „Laßt euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern noch erschrecken, … als ob der Tag des Herrn schon da wäre“ (2. Thessalonicher 2:2). Der Tag des Herrn ist nicht eine diffuse, ständig drohende Wolke, sondern an klar erkennbare Vorzeichen gebunden: Abfall und Offenbarung des Gesetzlosen müssen vorausgehen. Diese Klarheit nimmt nicht die Wachsamkeit, sie reinigt sie. Sie bewahrt davor, jede Krise endzeitlich zu überhöhen und zugleich davor, die zunehmende Verdichtung der Gesetzlosigkeit zu verharmlosen.

So steht die Gemeinde in einer Spannung: einerseits lebt sie in einer Zeit, in der die verborgene Gesetzlosigkeit real und wirksam ist; andererseits ruht sie in der Zusage, dass Gott die volle Entfaltung des Bösen in seiner Hand hält. Die Unterbrechung der siebzig Wochen ist keine Lücke in Gottes Plan, sondern der Raum seiner Gnade, in dem er Menschen aus allen Nationen in Christus sammelt. Wer diese Zwischenzeit als Geschenk versteht, wird weder in fatalistische Endzeitstimmung verfallen noch sich in sorglose Normalität flüchten. Stattdessen wächst eine stille Ernsthaftigkeit: das Bewusstsein, dass die Tage kostbar sind, dass die Liebe vieler erkalten kann, und zugleich die Gewissheit, dass Gott selbst seine Gemeinde durch alle Formen der Verführung hindurch trägt.

so geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit. (Matt. 22:9)

Laßt euch von niemand auf irgendeine Weise verführen! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, daß zuerst der Abfall kommt und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart wird, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, daß er Gott sei. (2.Thes. 2:3-4)

Wer die Gemeindezeit als eingeschobene, von Gott gesetzte Spanne versteht, sieht aktuelle Entwicklungen weniger als Ausreißer, sondern als Teil eines größeren Bildes. Die wachsende Gesetzlosigkeit erschreckt dann nicht mehr einseitig, sondern erinnert daran, dass Gott die Grenzen setzt und die Geschichte nicht aus der Hand gibt. Diese Sicht ermutigt zu einer ruhigen Wachsamkeit: klar zu sehen, was geistlich geschieht, ohne in Angst zu versinken, und zugleich die Gegenwart als Raum der Gnade wertzuschätzen, in dem Gott noch ruft, sammelt und bewahrt.

Die Parusie Christi: verborgenes Kommen, Ernte der Gläubigen und Offenbarung in Herrlichkeit

Die Parusie Christi wird in der Schrift nicht als punktueller Blitz beschrieben, der aus dem Nichts auftaucht und ebenso schnell wieder verschwindet. Sie ist eher wie der langsame Aufgang eines Tages, der in der Ferne beginnt und schließlich die ganze Landschaft in Licht taucht. Die Bewegung des Herrn verläuft vom Himmel zur Luft und von dort zur Erde. Während auf der Erde der Antichrist seine Macht entfaltet, beginnt der Herr vom Thron her sich zur Sphäre der Luft hin zu bewegen. Diese Phase bleibt den Augen der Welt verborgen; sie ist dennoch real und wirkmächtig. In Offenbarung 14 erscheint das Bild der Erstlinge: „Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend“ (Offenbarung 14:1). Diese werden als Erstlingsfrüchte zu Gott und dem Lamm beschrieben – sie sind bereits beim himmlischen Zion, während die Geschichte auf der Erde weiterläuft.

Während der Antichrist auf der Erde wirkt, wird der Herr Jesus beginnen, Sich von den Himmeln in die Luft zu bewegen. Uns wird nicht klar gesagt, zu welchem Zeitpunkt der Herr diese Bewegung beginnen wird. Aufgrund sorgfältigen Studiums würde ich sagen, dass dies sehr nahe zur Mitte der letzten sieben Jahre einsetzen wird. (Witness Lee, Life-Study of 2 Thessalonians, Botschaft drei, S. 26)

Das Bild der Erstlingsfrüchte greift eine Linie aus 2.Mose 23:19 auf: „Das Erste von den Erstlingen deines Ackers sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen.“ Zuerst wird Gott das Erste, das ihm gehört, in sein Haus aufgenommen; danach folgt die große Ernte. So wie einige Gläubige in besonderer Weise Christus in der Trübsal bezeugen und als Erstlinge zu Gott entrückt werden, so wird die Mehrzahl der Glaubenden am Ende der letzten dreieinhalb Jahre entrückt werden. Diese große Ernte entspricht der bekannten Szene aus 1. Thessalonicher 4: „Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft“ (1. Thessalonicher 4:16-17). Der Ort der Begegnung ist die Luft – die Sphäre, in die der Herr in dieser Phase seiner Parusie herabkommt, ohne doch schon in Herrlichkeit auf der Erde zu erscheinen.

In dieser verborgenen Phase der Parusie sammelt Christus die Seinen zu sich, während die Welt in die größte Verdichtung der Gesetzlosigkeit eintritt. Erst wenn der „Mensch der Gesetzlosigkeit“ in seiner vollen Gestalt offenbar ist und die große Trübsal ihren Höhepunkt erreicht hat, wird der Herr vom Bereich der Luft her in sichtbarer Herrlichkeit erscheinen. Paulus beschreibt diesen Moment in 2. Thessalonicher 2:8 mit schlichter Kraft: „Und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus verzehren wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft.“ Die gleiche Parusie, die für die Seinen ein tröstliches, verborgenes Sammeln ist, wird für den Gesetzlosen Vernichtung bedeuten. Die Erscheinung der Ankunft macht sichtbar, was zuvor im Verborgenen vorbereitet wurde.

Diese gestreckte Sicht der Parusie bewahrt davor, die Hoffnung der Gläubigen auf einen einzigen dramatischen Moment zu reduzieren. Die Hoffnung richtet sich auf eine Person, die kommt, sich nähert, sammelt, ordnet und schließlich sichtbar herrscht. Für die, die zu Christus gehören, liegt der Trost nicht darin, genau zu wissen, an welchem Tag welches Detail geschehen wird, sondern darin, dass der Weg des Herrn vom Himmel zur Erde nie ohne sie gedacht ist. Die Erstlinge auf dem himmlischen Zion, die große Ernte in der Luft und die Erscheinung in Herrlichkeit gehören zusammen wie Morgenstern, Morgengrauen und voller Tag.

Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen. (Offb. 14:1)

Das Erste von den Erstlingen deines Ackers sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen. Du sollst ein Böckchen nicht in der Milch seiner Mutter kochen. (2.Mose 23:19)

Die gestufte Parusie-Christi-Sicht schenkt Gelassenheit im Umgang mit endzeitlichen Fragen. Sie lenkt den Blick weg von berechneten Terminen hin zu einer wachsenden Beziehung zu dem, der kommt. Wer weiß, dass der Herr seine eigenen nicht vergisst – weder in der großen Trübsal noch im verborgenen Sammeln –, kann mit klaren Augen in einer dunkler werdenden Welt leben und doch innerlich von der Hoffnung getragen sein, ihm zu begegnen. Diese Hoffnung ist kein lauter Enthusiasmus, sondern eine leise, tragfähige Freude, die in den Alltag ausstrahlt.


Herr Jesus Christus, inmitten eines Zeitalters, in dem das Geheimnis der Gesetzlosigkeit bereits wirkt, danken wir Dir, dass Deine Wege feststehen und Dein Plan mit Israel, mit der Gemeinde und mit dieser Welt in Deiner souveränen Hand ist. Stärke unser Herz durch Dein Wort, damit wir nicht erschrecken, wenn wir von Abfall, Trübsal und Antichrist hören, sondern unsere Augen auf Deine Parusie richten und in der Hoffnung leben, Dir zu begegnen. Lass Deine Wahrheit uns vor Täuschung bewahren, unsere Liebe zu Dir vertiefen und unsere Sehnsucht nach Deiner Erscheinung nähren. Fülle uns mit Deinem Geist, damit wir in dieser Zeit nüchtern, treu und tröstend für andere da sind, bis Du Dein gutes Werk vollendest und Deine Gerechtigkeit sichtbar auf Erden herrscht. Bewahre uns in Deinem Frieden und richte unseren Blick immer wieder auf Deine Wiederkunft, die näher ist als je zuvor. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of 2 Thessalonians, Chapter 3

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