Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der Sohn

14 Min. Lesezeit

Viele Menschen empfinden Gott als fern, verborgen und schwer zu fassen. Die Bibel zeigt jedoch, dass Gott sich nicht in Schweigen zurückgezogen hat, sondern eine Geschichte des Redens schreibt, die in einer Person gipfelt: dem Sohn. In ihm wird sichtbar, wer Gott wirklich ist, wie Gott handelt – und was das konkret für unser Leben, unsere Gemeinden und unsere Hoffnung bedeutet.

Der Sohn als Gottes Reden und Offenbarung

Wenn die Schrift sagt: „Niemand hat Gott je gesehen; der einziggeborene Sohn, der in der Brust des Vaters ist, Er hat Ihn kundgetan“ (Johannes 1:18), öffnet sie ein Fenster in das Herz Gottes. Gott bleibt nicht hinter undurchdringlicher Dunkelheit verborgen, sondern tritt aus der Unsichtbarkeit hervor, indem Er sich mitteilt. Schon im Anfang schuf Er durch sein Reden: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“ (Johannes 1:1). Dieses Wort ist keine abstrakte Idee, sondern eine lebendige Person. In den vielen Stimmen der Geschichte – von den Vätern, Priestern und Propheten – war bereits etwas von Gottes Reden zu hören, doch immer nur in Fragmenten, gebrochen durch menschliche Begrenztheit. Im Sohn konzentriert sich Gottes Reden, wird eins mit seiner Person und nimmt menschliche Gestalt an. Wenn Jesus spricht, ist es nicht nur Information über Gott; es ist Gott selbst, der sich im Klang seiner Stimme, im Ton seines Herzens und im Inhalt seiner Worte verschenkt.

Gott ist geheimnisvoll. Er ist ganz und gar ein Geheimnis. Doch dieses Geheimnis ist durch das Reden Gottes offenbart worden. Ohne das göttliche Reden wäre Gott für immer unerkennbar geblieben. Unser Gott ist jedoch nicht länger geheimnisvoll. Er ist kein Geheimnis mehr, sondern eine Geschichte. Die Geschichte Gottes ist in jeder Hinsicht eine Sache des Redens. Gott hat eine Geschichte, und Seine Geschichte ist eine Geschichte des Redens. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft drei, S. 31)

So wird Gottes Reden im Sohn mehr als eine Reihe von Sätzen: es wird ein Leben, das erzählt und auslegt, wer Gott ist. Jesus spricht nicht nur, wenn Er predigt; Er spricht, wenn Er Kinder in den Arm nimmt, wenn Er die Hände an einen Aussätzigen legt, wenn Er schweigend vor seinen Anklägern steht. Sein ganzes Verhalten ist Auslegung des unsichtbaren Gottes. Darum kann Er sagen: Wer Ihn sieht, sieht den Vater, und wer Seine Worte hört, hört das innerste Begehren des göttlichen Herzens. Er erklärt den Vater nicht, indem Er ein theologisches System aufstellt, sondern indem Er zeigt, wie Gott denkt, fühlt, leidet, vergibt und liebt. Darin wird erfahrbar, dass Gott kein fernes Prinzip, sondern eine höchst persönliche Wirklichkeit ist.

Dieses Reden bleibt nicht auf die Tage des irdischen Lebens Jesu begrenzt. Er selbst macht deutlich: „Der Geist ist es, der das Leben gibt, das Fleisch nützt nichts; die Worte, die Ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Johannes 6:63). Seine Worte tragen den Geist in sich, und der auferstandene Christus kommt als Geist zu seiner Gemeinde, um weiterzusprechen. In der Offenbarung heißt es: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt“ (vgl. Offb. 1:3; Offb. 22:17). Der Sohn, der als Mensch unter uns sprach, ist derselbe, der als Geist durch die Schrift, durch innere Wegweisung und durch das gemeinsame Zeugnis der Gemeinde spricht. Die Geschichte Gottes mit den Menschen ist daher nicht ein abgeschlossenes Kapitel, sondern eine fortgesetzte Geschichte des Redens: der Vater spricht im Sohn, der Sohn spricht als der Geist, und der Geist verbindet sich mit der Gemeinde, sodass aus ihrem Leben und Zeugnis wieder Gottes Stimme hörbar wird.

Wer sich diesem Reden öffnet, wird nicht nur informiert, sondern innerlich geprägt. Gottes Rede zielt nicht darauf ab, unsere Neugier zu befriedigen, sondern uns mit seinem Wesen zu durchdringen. Wenn der Sohn spricht, überträgt Er etwas von Gottes Licht und Liebe, von seiner Heiligkeit und Barmherzigkeit in unsere Gedankenwelt, in unsere Gefühle und Entscheidungen. Unter seinem Reden lernen wir, die Wirklichkeit nicht mehr nur mit unseren eigenen Maßstäben zu deuten, sondern aus der Perspektive des Vaters. So wächst aus dem Hören auf den Sohn eine neue Gemeinschaft: Menschen, die einander begegnen, indem sie Gottes Reden in ihren Herzen tragen, werden zu einem Volk, das dieses Reden widerspiegelt. In einer lauten Welt, in der viele Stimmen um Aufmerksamkeit ringen, wird es kostbar, dass Gottes Stimme durch den Sohn klar und zuverlässig geblieben ist. Wer sich von dieser Stimme finden lässt, entdeckt, dass hinter seinem Leben ein Gott steht, der nicht schweigt, sondern liebevoll, wahrhaftig und beständig redet – und dass dieses Reden fähig ist, selbst festgefahrene Wege zu öffnen und ein müdes Herz neu zu beleben.

Niemand hat Gott je gesehen; der einziggeborene Sohn, der in der Brust des Vaters ist, Er hat Ihn kundgetan. (Joh. 1:18)

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. (Joh. 1:1)

Gottes Reden im Sohn ist eine Einladung, unser Bild von Gott durch den zu korrigieren und zu vertiefen, der Ihn vollkommen auslegt. Wo die Geschichte mit Gott unklar, bruchstückhaft oder von Misstrauen belastet erscheint, darf der Blick neu auf Jesus gerichtet werden: auf seine Worte, sein Verhalten, sein Sterben und seine Auferstehung. In Ihm wird deutlich, dass Gott sich nicht entzieht, sondern ansprechbar und erreichbar geworden ist. Diese Gewissheit schenkt eine stille Zuversicht: Das eigene Leben ist nicht dem stummen Zufall ausgeliefert, sondern eingebettet in eine Geschichte, in der Gott selbst das erste und das letzte Wort hat – und dieses Wort ist ein menschgewordenes, liebevolles und lebengebendes Wort.

Der Sohn als Ausstrahlung und Bild Gottes

Hebräer 1 beschreibt den Sohn mit staunenswert dichter Sprache: „Er, der die Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und der exakte Abdruck Seiner Substanz ist“ (Hebräer 1:3). Das Bild der Ausstrahlung legt die Verbindung zur Sonne nahe. Niemand kann in den Kern der Sonne hinabsteigen, und doch berühren uns Tag für Tag ihre Strahlen, wärmen, erhellen und beleben uns. So ist Gott in seinem Wesen unzugänglich, und dennoch erreicht Er uns, indem seine Herrlichkeit in dem Sohn „aufgeht“ wie ein Licht, das die Nacht durchbricht. Die Strahlen sind nicht etwas anderes als die Sonne; sie sind Ausdruck und Gegenwart derselben Wirklichkeit. Ebenso ist der Sohn nicht nur ein Botschafter Gottes, sondern das sichtbare Erscheinen der unsichtbaren Herrlichkeit. Wo Er Menschen begegnet, leuchtet auf, wie Gott wirklich ist – nicht abstrakt, sondern spürbar, freundlich, zugleich ernst und heilig.

Der Schreiber des Hebräerbriefes, ganz unter der Inspiration des Heiligen Geistes, hatte die Weisheit zu sagen, dass der Sohn der Abglanz von Gottes Herrlichkeit ist (1:3). Der Abglanz von Gottes Herrlichkeit ist wie das Scheinen oder die Helligkeit der Sonnenstrahlen. Der Sohn ist das Scheinen, die Helligkeit von Gottes Herrlichkeit. Kannst du den Abglanz von der Herrlichkeit trennen? Das wäre, als wollte man das Scheinen der Sonne von ihren Strahlen trennen. Das ist unmöglich, denn das Scheinen und die Strahlen sind eins. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft drei, S. 33)

Der zweite Ausdruck – der Sohn als „Abdruck Seiner Substanz“ – führt von der Helligkeit in die Tiefe. Gottes Herrlichkeit könnte man leicht als reine Brillanz oder Macht missverstehen. Der Hebräerbrief betont daher, dass hinter dieser Herrlichkeit ein Wesen, eine Substanz steht: Gottes Treue, seine unerschütterliche Zuverlässigkeit, seine Liebe, die durch nichts zu erschüttern ist. Der Sohn ist der genaue Abdruck dieses innersten Wesenskerns. Wie ein Siegelabdruck die Gestalt des Siegels exakt wiedergibt, so trägt der Sohn in allem – in seinem Denken, Fühlen, Wollen und Handeln – das Gepräge dessen, was Gott im Innersten ist. Wenn Jesus Menschen nachgeht, die sich verlaufen haben, wenn Er weint, wenn Er vergibt und wenn Er zugleich mit heiligem Ernst gegen Unrecht aufsteht, wird in menschlicher Gestalt lesbar, was bisher verborgen war: Gott ist nicht nur majestätisch, sondern zugleich zart, geduldig und vertrauenswürdig.

Darum gilt: Wer dem Sohn begegnet, wird nicht an der Oberfläche gehalten, sondern in Gottes Tiefe hineingezogen. Die Evangelien erzählen davon, wie Menschen sich ihm zunächst von außen näherten – neugierig, suchend, manchmal skeptisch – und unter seinem Blick, seinen Worten und seiner Nähe plötzlich mit dem Wesen Gottes konfrontiert wurden. Petrus erkennt im Überfluss des wunderbaren Fischfangs plötzlich seine eigene Unwürdigkeit vor dem Heiligen, der im Boot steht. Eine Sünderin, die Jesu Füße mit Tränen benetzt, erfährt in seinem Schweigen und seiner Verteidigung vor den Pharisäern die Substanz göttlicher Barmherzigkeit. In solchen Begegnungen ist der Sohn die Ausstrahlung der Herrlichkeit und zugleich das Bild des Wesens Gottes – Licht und Tiefe in einer Person.

Für Glaubende heute bedeutet das, dass der Zugang zum echten Bild Gottes nicht bei unseren Projektionen oder religiösen Vorstellungen beginnt, sondern bei der Person Jesu. Oft tragen Menschen ein verdunkeltes Bild Gottes in sich: zu streng, zu weit weg, zu unzuverlässig, vielleicht geprägt von Erfahrungen mit menschlichen Autoritäten. Das Angesicht des Sohnes korrigiert diese inneren Bilder, indem es zeigt, wer Gott wirklich ist. Wer sich dem Licht dieser Ausstrahlung aussetzt, erlebt, wie Misstrauen schmilzt, wie Härte löst und wie ein nüchternes, aber tiefes Vertrauen wächst. In den Strahlen dieses Lichtes darf ein Herz zur Ruhe kommen: Gott versteckt sich nicht, Er verstellt sich nicht, Er zeigt sich in seinem Sohn so, wie Er ist – herrlich und zugleich nahbar, majestätisch und zugleich barmherzig. Dieser Blick auf den Sohn schenkt Trost, wenn alles wankt, und ruft zugleich zur Anbetung, weil in Ihm der Gott sichtbar wird, den unsere Seele im Innersten gesucht hat.

Er, der die Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und der exakte Abdruck Seiner Substanz ist und alle Dinge durch das Wort Seiner Kraft stützt und trägt, und nachdem Er die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, hat Er Sich zur Rechten der Majestät in der Höhe niedergesetzt, (Hebr. 1:3)

Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht. (Joh. 1:10)

Der Sohn als Ausstrahlung und Bild Gottes lädt dazu ein, alle Vorstellungen von Gott an seinem Angesicht zu prüfen. Wo Gottesbilder von Angst oder Distanz geprägt sind, wird im Blick auf Jesus eine andere Wirklichkeit sichtbar: ein Gott, der sich nicht hinter abstrakten Begriffen versteckt, sondern sich in einem menschlichen Gesicht, in einer hörbaren Stimme, in einem durchbohrten Leib zeigt. Diese Sicht schenkt eine neue Freiheit, Gott zu vertrauen und sich Ihm zu öffnen – im Wissen, dass Er im Sohn nicht anders ist, als Er im Innersten ist. Wer diesen Sohn vor Augen behält, geht seinen Weg nicht im Dunkeln, sondern im Licht einer Herrlichkeit, die nicht blendet, sondern wärmt, und eines Wesens, das nicht schwankt, sondern trägt.

Der Sohn in Schöpfung und Erlösung

Das Neue Testament spannt einen weiten Bogen über das Werk des Sohnes. Im Blick auf die Schöpfung heißt es: „Alle Dinge sind durch Ihn entstanden, und ohne Ihn ist nicht eines entstanden von dem, was entstanden ist“ (Johannes 1:3), und der Kolosserbrief ergänzt: „Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden … alles ist durch ihn und für ihn geschaffen“ (Kolosser 1:16). Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Schöpfung sind damit auf den Sohn bezogen: In Ihm hat alles seinen Ursprung, durch Ihn kommt es ins Dasein, und auf Ihn hin ist es ausgerichtet. Er ist nicht nur der Planende, sondern auch der Träger der Schöpfung, denn Hebräer 1 bekennt, dass Er „alle Dinge durch das Wort Seiner Kraft stützt und trägt“ (Hebräer 1:3). Damit ist die Welt kein selbstlaufender Mechanismus, sondern eine Wirklichkeit, die in jedem Augenblick vom Reden und Tragen des Sohnes abhängt.

Als Gott alle Dinge schuf, tat Er dies durch Sein Reden. Als Er in den Zeiten des Alten Testaments mit der Menschheit in Berührung kam, tat Er es, indem Er in den Propheten redete. Als Er im Zeitalter des Neuen Testaments zur Menschheit kam, redete Er im Sohn, in der Person des Sohnes als Sein Wort. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft drei, S. 33)

Diese Perspektive verleiht der Welt eine tiefe Würde: In allem Geschaffenen blitzt ein Hinweis auf den Sohn auf – in der Ordnung der Natur, in menschlicher Kreativität, im Hunger nach Sinn. Gleichzeitig bewahrt sie vor Vergötzung der Schöpfung, denn alles ist „für ihn“ geschaffen. Schöpfung ist nicht Ziel, sondern Bühne für eine größere Wirklichkeit: Gott möchte in seinem Sohn Gemeinschaft mit Menschen und letztlich mit der ganzen Schöpfung. Darum gehört zur Vollendung des Schöpfungswerks notwendig das Erlösungswerk. Die Welt, die durch Ihn und für Ihn geschaffen ist, ist durch Sünde und Tod zerbrochen. Der Sohn, der Schöpfer, wird selbst Mensch und tritt in die Geschichte ein, um nicht nur zu tragen, sondern auch zu heilen und zu erneuern.

Über dieses Erlösungswerk sagt der Hebräerbrief: „Und jeder Priester steht täglich da, verrichtet den Dienst und bringt oft dieselben Schlachtopfer dar, die niemals Sünden hinwegnehmen können. Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich für immer gesetzt zur Rechten Gottes“ (Hebräer 10:11–12). Zwischen dem stehen­den Priester und dem sitzenden Sohn liegt der gewaltige Unterschied zwischen etwas Vorläufigem und etwas Vollendetem. Die Opfer des Alten Bundes konnten Sünde nur symbolisch bedecken, nicht endgültig überwinden. Der Sohn dagegen „hat … die Reinigung von den Sünden vollbracht“ (Hebräer 1:3) und setzt sich dann zur Rechten der Majestät. Sein Sitzen ist kein Zeichen von Passivität, sondern von vollbrachter Arbeit. Das Gericht über die Sünde ist in seinem Tod endgültig gesprochen, die Grundlage für Versöhnung ist gelegt.

Johannes der Täufer fasst dieses Erlösungswerk mit wenigen Worten zusammen: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Johannes 1:29). Das Lamm, durch das Gott in 2. Mose die Israeliten aus der Knechtschaft führte, findet hier seine tiefste Erfüllung. Der Sohn nimmt die Sünde der Welt nicht nur rechtlich von uns weg, sondern trägt ihre zerstörerische Macht in seinem eigenen Leib und führt sie im Tod an ihr Ende. So weit reicht seine schöpferische Macht, dass Er aus Schuldigen Gerechte, aus Feinden Versöhnte, aus Toten Lebende machen kann. In Ihm greifen Schöpfung und Erlösung ineinander: Der, der am Anfang alles ins Dasein rief, ruft am Kreuz und in der Auferstehung eine neue Schöpfung hervor.

Alle Dinge sind durch Ihn entstanden, und ohne Ihn ist nicht eines entstanden von dem, was entstanden ist. (Joh. 1:3)

Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; (Kol. 1:16)

Der Blick auf den Sohn als Schöpfer und Erlöser bewahrt davor, Gegenwartserfahrungen zum Maßstab der Wirklichkeit zu machen. Wo das Leben aus den Fugen geraten scheint, erinnert die Schrift daran, dass derselbe, durch den „alle Dinge … geschaffen worden“ sind, „die Reinigung von den Sünden vollbracht“ hat und jetzt zur Rechten Gottes sitzt. Vergangenes ist damit nicht ausgelöscht, aber neu verortet: in den Händen dessen, der Anfang und Ende ist. Wer sich diesem Sohn anvertraut, nimmt teil an einer Bewegung, die über die eigenen Kräfte hinausgeht – einer Bewegung von der alten Schöpfung zur neuen, von der Schuld zur Versöhnung, von der Zersplitterung zur Einheit mit Gott. Daraus wächst eine leise, aber beständige Hoffnung, dass kein Abschnitt des Lebens aus diesem großen Zusammenhang herausfällt und dass der, der begonnen hat, auch vollenden wird.


Herr Jesus Christus, Du Sohn des lebendigen Gottes, danke, dass Du das klare Reden Gottes bist und dass in Dir sichtbar wird, wie der Vater wirklich ist. Du bist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und das lebendige Bild seines Wesens, und in Deiner Gegenwart verliert der ferne, unbekannte Gott sein fremdes Gesicht und wird zu unserem nahen Vater. Danke, dass Du alles geschaffen hast, dass Du diese Welt und unser Leben durch das Wort Deiner Macht trägst und dass Du am Kreuz die Reinigung von den Sünden vollbracht hast, sodass nichts mehr hinzugefügt werden muss. Dort, wo Schuld, Scham oder Fragen unser Herz beschweren, lass uns neu in Deinem vollendeten Werk zur Ruhe kommen und durch Deinen Geist erfahren, dass Deine Gnade genügt. Stärke den Glauben Deiner Gemeinde, damit sie inmitten dieser Welt als ein Volk lebt, das von Deinem Reden geprägt ist und Deine Herrlichkeit widerspiegelt. Fülle unsere Häuser, unsere Herzen und unser Gemeindeleben mit der Gewissheit, dass Du regierst, dass Deine Erlösung trägt und dass die Zukunft in Deiner guten Hand liegt. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Hebrews, Chapter 3

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