Das Wort des Lebens
lebensstudium

Das Wirken des Gesetzes des Lebens

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Viele Christinnen und Christen verbinden geistliches Wachstum vor allem damit, weniger zu sündigen, geduldiger zu werden oder liebevoller zu handeln. Doch das Neue Testament zeichnet ein viel größeres Bild: Gott selbst hat einen herrlichen Standard vor Augen – den erstgeborenen Sohn – und sein Ziel ist es, uns diesem Bild anzugleichen. Hinter allen Erfahrungen, Kämpfen und inneren Spannungen steht ein göttliches Wirken: das Gesetz des Lebens, das still, aber kraftvoll in den Gläubigen arbeitet.

Der erstgeborene Sohn als göttliches Standardmodell

Wenn das Neue Testament Jesus den erstgeborenen Sohn Gottes nennt, dann wird mehr gesagt, als dass Er unser Vorbild sei. In Ihm zeigt Gott, was ein Mensch nach Seinem Herzen ist. Als einziggeborener Sohn war Christus von Ewigkeit her ganz Gott, „denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol. 2:9). Er ist „die Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und der exakte Abdruck Seiner Substanz“ (Hebr. 1:3). Doch Gott beließ es nicht bei der unsichtbaren Herrlichkeit. In der Menschwerdung trat Er in unsere Geschichte ein, nahm wirkliche Menschlichkeit an, mit allen Begrenzungen und Anfechtungen, aber ohne Sünde. So trat die Gottheit in die Menschheit hinein und verband sich mit ihr auf unauflösliche Weise. In der Person Jesu sieht man daher nicht zwei nebeneinander stehende Bereiche – das Göttliche hier, das Menschliche dort –, sondern eine geeinte Wirklichkeit: Gott in einem Menschenleben.

Der ewige Vorsatz Gottes ist, Sich Selbst in uns hineinzuwirken und uns dem Bild Seines Erstgeborenen Sohnes gleich zu machen. Der Erstgeborene Sohn Gottes ist das Standardmodell für Gottes Ökonomie. Dieses Standardmodell besitzt sowohl Göttlichkeit als auch Menschlichkeit. Ursprünglich war Er der einziggeborene Sohn Gottes. Als der einziggeborene Sohn Gottes war Er die Verkörperung Gottes, denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kol. 2:9). Er war auch der Ausdruck Gottes (Hebr. 1:3). Als die Verkörperung und der Ausdruck Gottes wurde Er Fleisch, brachte die Göttlichkeit in die Menschlichkeit hinein und vereinigte die Menschlichkeit mit der Göttlichkeit. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft achtunddreißig, S. 435)

Diese Einheit ging durch das Feuer von Leiden, Versuchungen, Ablehnung und schließlich den Tod hindurch. Am Kreuz nahm Christus alles auf sich, was den Menschen von Gott trennt: Sünde, Satan, Tod. In Seiner Auferstehung bestätigte Gott, dass dieses Werk vollständig ist. Mehr noch: Die geprüfte, gehorsame Menschheit Jesu wurde in eine neue Stufe hineingenommen, in die Sohnschaft in Kraft. So heißt es über Jesus, dass Er „dem Geist der Heiligkeit nach aus der Auferstehung der Toten in Kraft als Sohn Gottes bestimmt wurde“ (Rom. 1:4). Derselbe, der als einziggeborener Sohn von Ewigkeit her Gott war, ist nun als erstgeborener Sohn der verherrlichte Mensch im Himmel – ein Mensch, in dem alles Negative überwunden ist und in dem Gottheit und eine erhöht durch Tod und Auferstehung hindurchgegangene Menschheit vollkommen eins sind.

Wenn Gott in Seinem ewigen Vorsatz an uns denkt, denkt Er nicht an eine abstrakte moralische Verbesserung, sondern an dieses eine Bild. Der erstgeborene Sohn ist für Ihn das göttliche Standardmodell, nach dem Er formt. Nicht nur, dass wir „besser“ werden sollen; wir sollen Anteil an einem Leben bekommen, das dieselbe Qualität hat wie das Leben des verherrlichten Christus: ein Leben, das Gott ausdrückt, das in Widerständen treu bleibt, das in der Gemeinschaft mit dem Vater ruht und aus dieser Gemeinschaft handelt. Gerade dadurch wird deutlich, wie weit der Horizont Gottes über unsere eigenen Vorstellungen hinausreicht. Wo wir oft bei Vergebung und einem einigermaßen gelingenden Christenleben stehen bleiben, geht Gott weiter bis zur völligen Verherrlichung in Christus.

Darin liegt eine stille, aber kraftvolle Ermutigung. Das Maß, an dem Gott mit uns arbeitet, ist bereits in Seinem Sohn verwirklicht. Nichts, was Er in uns wirkt, ist unklar oder beliebig; Er richtet sich nach einem bereits vollendeten Menschen, der in Herrlichkeit lebt. Wer auf Jesus als den erstgeborenen Sohn schaut, sieht nicht nur sein Ziel, sondern zugleich die Zusicherung, dass Gott weiß, wie Er dorthin führt. Inmitten von Schwäche, Rückschlägen oder innerer Enge bleibt dieser Blick tröstlich: Über unserem Leben steht nicht das wechselhafte Urteil unserer Gefühle, sondern das feste Bild des Sohnes, in dessen Gestalt wir einmal vollkommen erscheinen werden.

denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, (Kol. 2:9)

Er, der die Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und der exakte Abdruck Seiner Substanz ist und alle Dinge durch das Wort Seiner Kraft stützt und trägt, und nachdem Er die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, hat Er Sich zur Rechten der Majestät in der Höhe niedergesetzt, (Hebr. 1:3)

Zu wissen, dass der erstgeborene Sohn Gottes das Standardmodell für unser Leben ist, entlastet und richtet aus: Wir müssen nicht selbst definieren, wie „geistlich“ aussieht; Gott hat dieses Bild in Christus bereits gezeichnet und vollendet. So kann der Blick weggehen von unseren ständig wechselnden inneren Zuständen hin zu dem verherrlichten Menschen im Himmel, in dem unsere eigene Bestimmung schon sichtbar ist. In Zeiten, in denen eigene Vorstellungen von Heiligkeit uns unter Druck setzen oder vergleichen lassen, gewinnt die Seele Ruhe, wenn sie sich daran erinnert: Gottes Maß ist nicht mein Launenmaß, sondern das Leben Jesu – und gerade dieses Leben hat Er sich vorgenommen, durch Sein Wirken auch in mir Gestalt gewinnen zu lassen.

Die vielen Söhne und die innere Umwandlung

Der erstgeborene Sohn bleibt nicht allein. Gottes Herz ist auf „viele Söhne“ gerichtet, die in dasselbe Bild verwandelt werden und gemeinsam Seine Herrlichkeit widerspiegeln. Darum heißt es, dass Gott „viele Söhne zur Herrlichkeit führen“ will (Hebr. 2:10) und dass Er uns „zuvorbestimmt hat, dem Bild Seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit Er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern“ (Röm. 8:29). Diese vielen Söhne sind keine zweite Klasse neben Christus, sondern Söhne, die aus demselben Leben hervorgehen. In der Auferstehung Jesu ist etwas geschehen, das alle Grenzen sprengt: Gott hat in Seinem auferstandenen Sohn eine neue Menschheit ins Dasein gerufen.

Als dieses Standardmodell auferweckt wurde, indem Er in Seiner Menschlichkeit geboren wurde, um der Erstgeborene Sohn Gottes zu sein, schloss Er uns mit ein (1.Petr. 1:3). Als Er in Seiner Menschlichkeit in Seiner Auferstehung „sohnifiziert“ wurde, wurden wir als Söhne Gottes geboren. Nach dem reinen Wort der Heiligen Bibel hat Christus, als Er auferweckt wurde, Sich Selbst uns als Leben mitgeteilt, und wir wurden von neuem geboren. Nachdem Christus Sich Selbst uns als Leben mitgeteilt hatte, ging Er in die Vollendung ein, in die Herrlichkeit, wo Er jetzt für unsere Verherrlichung Fürsprache einlegt. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft achtunddreißig, S. 438)

Petrus fasst dieses Geheimnis so: „Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1.Petr. 1:3). Auferstehung ist nicht nur ein Ereignis an Christus, sondern der Moment, in dem Sein Leben wie ein Same in uns hineingelegt wird. In dieser „Wiedergeburt“ teilt Er uns nicht in erster Linie eine neue Lehre, sondern Sein eigenes Auferstehungsleben mit. Christus als der verherrlichte Mensch bringt uns gleichsam in Seiner Auferstehung mit sich hervor – darum konnte der auferstandene Herr zu Maria sagen: „Ich fahre auf zu Meinem Vater und eurem Vater und zu Meinem Gott und eurem Gott“ (Johannes 20:17). Sein Vater ist jetzt unser Vater, Seine Sohnschaft wird zur Quelle unserer Sohnschaft.

Seither steht dieser verherrlichte Christus vor dem Angesicht Gottes für uns ein. Paulus sagt, dass Christus „zur Rechten Gottes ist, der auch Fürsprache für uns einlegt“ (Röm. 8:34), und der Hebräerbrief bezeugt: „Daher kann Er auch völlig retten, die durch Ihn zu Gott kommen, da Er allezeit lebt, um Fürsprache für sie einzulegen“ (Hebr. 7:25). Seine Fürsprache ist nicht nur Trost, wenn wir fallen, sondern eine wirkende, schöpferische Fürsprache: Sie aktiviert, stärkt und entfaltet das in uns gesäte Leben. Wie eine verborgene Quelle arbeitet dieses Leben in unsere Gedanken, unsere Entscheidungen, unsere Reaktionen hinein. Es korrigiert, ohne zu zerbrechen, es stellt bloß, ohne zu verdammen, es ermutigt, ohne zu verklären.

So wächst inmitten unserer gewöhnlichen Tage etwas, das nicht aus uns stammt: eine neue Art zu denken, zu fühlen, zu wollen. Die Schrift beschreibt dies als inneren Prozess, der über moralische Verbesserung hinausgeht und auf Verherrlichung zuläuft: „Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll“ (Röm. 8:18). Die Schöpfung seufzt, wir seufzen, weil noch vieles unvollendet ist, und doch ist der Ausgang fest: Die Kinder Gottes werden einmal in der „Freiheit der Herrlichkeit“ stehen, ohne Verderbnis, ohne inneres Seufzen, hineingenommen in dieselbe Herrlichkeit, die Christus bereits besitzt.

Denn die, die Er zuvor erkannt hat, die hat Er auch zuvorbestimmt, dem Bild Seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit Er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern; (Röm. 8:29)

Denn es geziemte Ihm, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, viele Söhne zur Herrlichkeit zu führen, den Urheber ihrer Rettung durch Leiden zu vollenden. (Hebr. 2:10)

Dass wir als viele Söhne in die Sohnschaft Christi hineingenommen sind, gibt unserem Glaubensweg eine tiefe Würde und einen weiten Horizont. Es erklärt, warum innere Spannungen, Seufzen und auch Leiden nicht sinnlos sind, sondern zum Resonanzraum für die Wirksamkeit des Auferstehungslebens werden. Inmitten von Tagewerk, unerfüllten Wünschen oder schmerzhaften Lernwegen darf das Herz sich daran erinnern: Über diesem Alltag waltet ein Herr, der als verherrlichter Mensch für uns eintritt. Sein Ziel ist nicht nur, dass wir durchhalten, sondern dass wir in Seiner Gestalt zur Herrlichkeit gelangen. Diese Perspektive macht still, aber zuversichtlich – und lässt kleine, unscheinbare Wachstumszeichen des Lebens als Vorgeschmack der kommenden Offenbarung der Kinder Gottes erkennen.

Das Gesetz des Lebens und die praktische Erneuerung

Damit die Wirklichkeit des erstgeborenen Sohnes und der vielen Söhne nicht Theorie bleibt, legt Gott in die Gläubigen ein wirksames Prinzip hinein: das Gesetz des Lebens. Es ist keine äußere Gesetzordnung, sondern eine innewohnende, installierte, automatische und innerlich wirkende Kraft, die von Christus selbst herkommt. Wo dieses Leben wohnt, beginnt es zu regieren, oft leise, aber bestimmt. Es wirkt nicht zuerst an unserem Verhalten nach außen, sondern an den verborgenen Wurzeln: an Gedanken, Motiven, Begierden, an dem, was uns anzieht oder abstößt. Paulus beschreibt diesen inneren Prozess, wenn er schreibt: „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, damit ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist, das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ (Röm. 12:2). Das Gesetz des Lebens erneuert unseren Sinn, sodass wir Gottes Willen nicht mehr nur als Forderung von außen, sondern als etwas innerlich Einsichtiges und Wohltuendes erkennen.

Wenn dies vollendet ist, wird das der Tag der Erlösung unseres Leibes sein, der Tag der Offenbarung der Söhne Gottes und der Freiheit der Herrlichkeit für das ganze Universum. An jenem Tag wird es kein Seufzen, keine Nichtigkeit, keine Knechtschaft und keine Verderbnis mehr geben. Das ist die Verherrlichung. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft achtunddreißig, S. 439)

Diese Erneuerung geschieht im Angesicht des Herrn. „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen und widerspiegeln, werden in dasselbe Bild verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie vom Herrn, dem Geist“ (2.Kor 3:18). Wo Christus uns vor Augen steht – in der Schrift, im stillen Gebet, in der gemeinsamen Anbetung –, da arbeitet Sein Geist an uns, nicht dramatisch, aber stetig. Aus spontaner Selbstbehauptung wächst mehr Bereitschaft zum Dienen; aus Verbitterung wird mit der Zeit ein weicheres Herz; anstelle alter Muster treten neue Reaktionen, die mehr Seiner Art tragen. Das Gesetz des Lebens dringt nach und nach in alle Bereiche ein: in unseren Umgang mit Geld, mit Worten, mit Sexualität, mit Macht, mit Schwachheit. Es formt uns innerlich gemäß dem Standardmodell des Sohnes.

Nie aber bleibt dieses Wirken auf das Private beschränkt. Dass wir den alten Menschen ablegen und „den neuen Menschen anziehen, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit“ (Eph. 4:24), ist eine gemeinschaftliche Wirklichkeit. Das Gesetz des Lebens baut aus vielen Einzelnen eine Gestalt: den einen neuen Menschen. Wo das Gemeindeleben vom inneren Wirken des Lebens bestimmt ist, wird es weniger von Programmen und mehr von Christus geprägt. Unterschiedliche Charaktere werden nicht gleichgeschaltet, aber von derselben inneren Wirklichkeit durchdrungen. Fehltritte werden nicht bagatellisiert, sondern im Licht behandelt; Beziehungen werden geheilt, indem das Leben Sünde aufdeckt und zugleich zudeckt, wo Umkehr geschieht. So entsteht ein praktischer Ausdruck Christi, der mehr ist als eine Summe frommer Aktivitäten.

Dieses Wirken des Gesetzes des Lebens strebt auf ein Ziel zu. Es endet nicht mit ein wenig innerer Reife, sondern mit der Verwandlung unseres ganzen Seins, bis hin zum Leib. Darum kann Paulus von Christus sagen, dass Er „unseren Leib der Erniedrigung umgestalten wird, dass er Seinem Leib der Herrlichkeit gleichgestaltet sei“ (Phil. 3:21). Was jetzt als leise innere Bewegung beginnt – ein neues Empfinden, ein veränderter Sinn, ein anderer Umgang mit Menschen –, wird einmal in eine sichtbare Verherrlichung münden. Dann wird das, was heute oft gegen Widerstände anarbeitet, ungehindert durchbrechen: kein Seufzen mehr, keine Knechtschaft, keine Verderbnis. Das Gesetz des Lebens wird seine Geschichte zu Ende geschrieben haben, und die vielen Söhne werden um den Erstgeborenen herum stehen, eine gemeinsame Ausdrucksgestalt Christi, durch die die Herrlichkeit Gottes im ganzen Universum aufstrahlt.

Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, damit ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist, das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. (Röm. 12:2)

Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen und widerspiegeln, werden in dasselbe Bild verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie vom Herrn, dem Geist. (2.Kor 3:18)

Das Wissen um das Gesetz des Lebens löst den Druck, uns selbst von außen verändern zu müssen, und lenkt die Aufmerksamkeit auf das stille, aber wirksame Handeln Gottes im Innern. Es hilft, das eigene Empfinden ernst zu nehmen, in dem das Leben auf bestimmte Wege „Ja“ und auf andere „Nein“ sagt, und diese inneren Regungen als Wirken des auferstandenen Christus zu verstehen. Zugleich stärkt es das Vertrauen in Gottes Langmut: Er arbeitet langfristig, konsequent und mit einem Ziel, das weit größer ist, als unsere Tagesform vermuten lässt. So kann auch die Erfahrung von Schwäche und Unreife zu einem Ort werden, an dem Hoffnung aufleuchtet – nicht, weil wir stark wären, sondern weil in uns ein Gesetz wirkt, das seinen Ursprung in der Herrlichkeit Christi hat und uns genau dorthin führen will.


Herr Jesus Christus, Du erstgeborener Sohn Gottes, wir staunen darüber, dass Du Deine Herrlichkeit nicht für Dich behalten hast, sondern uns in Deine Sohnschaft hineinziehst. Danke, dass Dein Leben in uns wirkt wie ein sanftes, aber mächtiges Gesetz, das alle Dunkelheit überwindet und uns in Deine Herrlichkeit hineinführt. Stärke in uns das Vertrauen, dass Dein Werk in uns nicht auf halbem Wege stehenbleibt, sondern zur Vollendung kommt, bis selbst unser Leib in die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes hineingenommen wird. Fülle unser Denken, unser Fühlen und unser Wollen neu mit Dir, damit wir als Deine vielen Söhne gemeinsam etwas von Deiner Schönheit und Heiligkeit widerspiegeln. Lass uns in Zeiten der Schwachheit nicht auf uns selbst, sondern auf Dich als den verherrlichten Menschen im Himmel schauen und in Deiner Fürsprache Ruhe und Hoffnung finden. Dir sei die Ehre für das leise, treue Wirken des Gesetzes des Lebens, heute und bis in die Ewigkeit. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Hebrews, Chapter 38

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