Das Wort des Lebens
lebensstudium

Leben gemäß der Natur Gottes

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Viele Christinnen und Christen sehnen sich danach, Gott nahe zu sein, seine Gegenwart zu spüren und für ihn etwas zu tun. Gleichzeitig bleibt oft eine leise Unzufriedenheit: Trotz vieler Aktivitäten und geistlicher Erfahrungen bleiben innere Muster, Reaktionen und Haltungen erstaunlich unverändert. Die neutestamentliche Offenbarung zeigt jedoch, dass Gottes Ziel weit über Vergebung, geistliche Erlebnisse und Dienst hinausgeht: Er will sich selbst in vielen Söhnen ausdrücken und uns so umgestalten, dass wir innerlich seiner Natur entsprechen. Die Frage ist daher weniger, wo wir sind und was wir tun, sondern wovon unser Inneres tatsächlich geprägt ist.

Sohnschaft: Gottes Ziel ist seine eigene Ausdrucksgestalt

Wenn die Bibel von Sohnschaft spricht, öffnet sie den Blick in das Herz Gottes. Gott sucht nicht zuerst ein Universum voller geretteter, aber innerlich unveränderter Menschen, sondern Kinder, in denen sein eigenes Wesen sichtbar wird. Ein Sohn trägt das Bild und die Natur seines Vaters; darum heißt es in Römer 8:29: „Weil er die, die er vorher erkannt hat, auch vorherbestimmt hat, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei;“. Gottes Plan ist nicht nur, uns vor dem Gericht zu bewahren, sondern uns so zu prägen, dass in vielen Söhnen ein gemeinsamer Ausdruck seines Sohnes entsteht – eine Menschheit, in der man den Vater erkennt. Erlösung ist dafür der Anfang, nicht das Ziel; sie öffnet den Weg, damit Gott seine eigene Art in unser Menschsein hineingeben und zur Reife bringen kann.

Der Schwerpunkt der göttlichen Offenbarung in der Bibel ist die Sohnschaft. Gottes Absicht ist es, Sich Selbst auszudrücken. Damit er sich ausdrücken kann, braucht er viele Söhne. Denke nicht, dass die Errettung das Zentrum von Gottes Offenbarung ist. Das Zentrum seiner Offenbarung ist die Sohnschaft. Gott möchte viele Söhne. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft achtundsechzig, S. 766)

Christus ist in dieser Sichtweise der Ursprung und Maßstab. Als einziggeborener Sohn war er von Ewigkeit her rein göttlich; durch Menschwerdung, Kreuz und Auferstehung hat er die Menschheit in diese Sohnschaft hineingenommen, sodass er nun als „Erstgeborener“ vor vielen Geschwistern steht. Hebräer 1:6 bezeugt: „Und wenn er den Erstgeborenen wieder in die bewohnte Erde einführt, sagt er: ‚Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.‘“ Der, der angebetet wird, ist derselbe, dem wir ähnlich werden sollen. In dieser Perspektive bekommt unser Alltag eine ungeahnte Würde: Jede verborgene Entscheidung, jede Reaktion, jeder Gedanke kann zu einem Pinselstrich an diesem großen Bild werden, in dem der Vater sich durch seine Söhne ausdrückt. Wo wir uns dieser Berufung bewusst werden, entsteht eine stille Freude: Wir sind nicht zufällige Gläubige, sondern geliebte Kinder, die in der Hand des Vaters zu einer klaren Ausdrucksgestalt seines Sohnes geformt werden. Diese Gewissheit trägt auch durch Umwege und Brüche, denn hinter allem steht ein Herz, das uns nicht nur vergeben, sondern uns in die Fülle der Sohnschaft hineinführen will.

Diese Sohnschaft bleibt nicht abstrakt, sondern berührt unsere Identität. 1.Johannes 3:1 ruft uns zu: „Seht, was für eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes genannt werden sollen; und wir sind es. Deswegen kennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.“ Kind Gottes zu sein bedeutet, aus einer Liebe geboren zu sein, die uns einen neuen Ursprung schenkt. Die Welt erkennt diese Herkunft nicht, weil sie den Vater nicht kennt; aber gerade in diesem Nicht-Erkanntwerden liegt ein Zeichen: Gott formt sich ein Volk, dessen innerer Maßstab nicht mehr vom Echo der Umgebung bestimmt wird, sondern vom Wesen des Vaters. So entsteht ein stiller Trost: Selbst wenn vieles unbemerkt bleibt, ist Gott doch dabei, seine vielen Söhne zu gewinnen. Und mitten in den Spannungen des Alltags dürfen wir atmen: Mein Leben ist hineingenommen in einen Plan, der größer ist als alle sichtbaren Erfolge – Gottes Ziel, sich in Sohnschaft auszudrücken.

Weil er die, die er vorher erkannt hat, auch vorherbestimmt hat, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei; (Röm. 8:29)

Und wenn er den Erstgeborenen wieder in die bewohnte Erde einführt, sagt er: „Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.“ (Hebr. 1:6)

Wer seine Geschichte im Licht der Sohnschaft sieht, lernt, die äußeren Ereignisse weniger absolut zu nehmen. Gelingen und Scheitern, Anerkennung und Verborgenheit verlieren ihre letzte Macht, weil Gottes Maßstab nicht in erster Linie Leistung, sondern Ähnlichkeit ist. In dieser Sicht darf das Gewissen empfindlicher werden: Nicht nur „Was habe ich getan?“, sondern „Aus welcher Natur heraus habe ich gehandelt?“ wird zur entscheidenden Frage. Zugleich darf das Herz freier werden, weil über jeder Schwachheit das Wort steht, dass wir Kinder Gottes sind und bleiben. So wird der Weg mit dem Herrn zu einem Weg der ruhigen Verwandlung: Schritt um Schritt, oft unauffällig, aber real, gestaltet der Vater in uns das Bild seines erstgeborenen Sohnes aus – und gerade darin findet unser Leben seine tiefste Bestimmung und Freude.

Das Gesetz des Lebens: Die innere Wirkweise der göttlichen Natur

Leben und Natur gehören untrennbar zusammen. Ein bestimmtes Leben bringt eine bestimmte Art hervor, und aus dieser Art wirkt ein inneres Gesetz. Ein Apfelbaum muss nicht darüber nachdenken, ob er Äpfel tragen soll; seine Natur drängt ihn dazu. Ebenso bellt ein Hund nicht, weil er ein Gebot erhalten hätte, sondern weil sein Tiersein ihn in diese Richtung bewegt. So einfach diese Bilder sind, sie öffnen ein tiefes geistliches Verständnis: Wenn wir von Gott geboren sind, ist in uns ein anderes Leben mit einer anderen Natur eingezogen. Aus dieser Natur heraus wirkt ein unsichtbares „Gesetz des Geistes des Lebens“, von dem Paulus sagt: „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ (Röm. 8:2). Dieses Gesetz ist keine Liste von Forderungen, sondern eine lebendige, innere Wirkweise der göttlichen Natur in unserem Geist.

Jedes Leben hat eine Natur. Die Natur eines Lebens ist die eigentliche Substanz dieses Lebens. Wo es keine Natur gibt, gibt es auch kein Leben. Ganz gleich, um welche Art von Leben es sich handelt – pflanzlich, tierisch, menschlich oder göttlich –, solange es Leben ist, hat es eine Natur. Die Substanz und das Wesen eines Lebens liegen in seiner Natur. Was die Natur ist, das ist auch das Leben. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft achtundsechzig, S. 767)

Im Unterschied zu äußeren Geboten arbeitet dieses Gesetz von innen nach außen. Es drängt uns nicht nur, bestimmte Dinge zu lassen oder zu tun, sondern es formt unser inneres Empfinden, unsere Vorlieben, unsere Reaktionsmuster. Wo früher Bitterkeit selbstverständlich war, wächst mit der Zeit eine spontane Abneigung gegen Groll; wo früher Stolz sich fast natürlicherweise meldete, entsteht ein neues Wohlgefallen an der Demut. Die Bibel spricht daneben von der Salbung, die lehrend und korrigierend wirkt. 1.Johannes 2:27 bezeugt: „Und was euch betrifft, die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, dass euch jemand lehre; sondern wie seine Salbung euch über alle Dinge lehrt und wie sie wahr ist und keine Lüge ist, und so wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm.“ Die Salbung mahnt und erinnert, wenn wir von der inneren Linie abweichen; das Gesetz des Lebens geht tiefer, indem es unser Sein selbst umgestaltet. Beide wirken zusammen: Die Salbung ruft uns ins Bleiben in Christus zurück, das Gesetz des Lebens arbeitet in diesem Bleiben unablässig weiter.

Auf diese Weise entsteht kein aufgesetztes Christentum, sondern eine schrittweise Verwandlung des inneren Menschen. Paulus beschreibt diesen Prozess mit den Worten: „Und wir alle, die mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“ (2.Kor. 3:18). Verwandlung ist mehr als Verhaltenskorrektur; sie ist das Hineinwachsen in eine andere Natur. Im Blick auf den Alltag bedeutet das: Nicht jede Schwachheit wird sofort verschwinden, nicht jede alte Reaktion ist von heute auf morgen verschwunden. Aber unter der Oberfläche ist etwas am Werk, das beständiger ist als unsere Schwankungen: das Leben Gottes, das nach seiner Art in uns wirken will. Diese Perspektive bewahrt vor Entmutigung und Perfektionismus. Auch wenn vieles noch brüchig erscheint, bleibt gewiss, dass das Gesetz des Lebens nicht müde wird. In dieser Gewissheit darf das Herz ruhig werden: Gott verlangt nicht, dass wir uns selbst in seine Form pressen, sondern er lässt sein eigenes Leben in uns arbeiten – bis seine Natur unsere zweite Natur geworden ist.

Wo dieses Wirken ernst genommen wird, wächst eine neue Achtsamkeit für das Innere. Es genügt dann nicht mehr, dass etwas „nach außen hin stimmt“, wenn das Herz nicht mitgeht. Gleichzeitig wird der Blick gütiger – gegenüber uns selbst und anderen –, weil klar wird: Wachstum im Leben bis zur Reife ist ein Weg, kein Sprung. Römische Christen, Korinther, die Galater – sie alle standen unter diesem Wirken und hatten doch ihre Schattenseiten. Das nimmt weder Ernst noch Schärfe aus den biblischen Ermahnungen, stellt sie aber in einen anderen Rahmen: Gott erzieht seine Kinder in Geduld, weil er weiß, was sein Leben in ihnen zu bewirken vermag. Daraus erwächst eine stille Hoffnung: Auch die Zonen in uns, die uns am fremdesten und härtesten erscheinen, liegen nicht außerhalb der Reichweite dieses Gesetzes. Die göttliche Natur in uns ist kein fragiles Pflänzchen, sondern das Leben des auferstandenen Christus – und dieses Leben kennt kein anderes Ziel, als sich in uns voll auszubreiten.

Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. (Röm. 8:2)

Und was euch betrifft, die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, dass euch jemand lehre; sondern wie seine Salbung euch über alle Dinge lehrt und wie sie wahr ist und keine Lüge ist, und so wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm. (1.Joh. 2:27)

Wer das Gesetz des Lebens als inneren Lehrer und Motor erkennt, lernt, nicht nur auf äußere Korrekturen zu achten, sondern auf die leise Bewegung im eigenen Geist. Manches, was früher mit viel Willensanstrengung erkämpft werden musste, beginnt aus einer neuen Spontaneität zu fließen, weil es zur inneren Freude geworden ist. Zugleich verliert die Ungeduld mit sich selbst etwas von ihrer Macht: Wenn Gott seine eigene Natur in uns gelegt hat, trägt er auch die Verantwortung für ihr Wachstum. So entsteht ein nüchterner, aber hoffnungsvoller Realismus: Das alte Wesen meldet sich noch, doch es hat sein Vorrecht verloren. Das neue Leben wirkt – manchmal spürbar, oft verborgen – und führt uns Schritt um Schritt näher an das Ziel, dass unser Denken, Fühlen und Wollen mit der Natur Gottes in Einklang kommen.

Leben nach der Natur Gottes statt nur in seiner Gegenwart arbeiten

Die Schrift macht nüchtern deutlich, dass es möglich ist, viel für Gott zu tun und doch weitgehend aus der alten Natur heraus zu handeln. Aktivitäten, Dienste, sichtbare Frucht beeindrucken leicht Menschen, aber Gott ist nicht auf unsere Leistung angewiesen. Er, „der die Toten lebendig macht und ruft, was nicht ist, wie wenn es wäre“ (Röm. 4:17), könnte alles Nötige mit einem Wort ins Dasein rufen. Was sein Herz sucht, ist etwas anderes: eine Menschheit, die seinem Wesen entspricht, die in ihren Beweggründen, Beziehungen und Reaktionen seine Natur spiegelt. Darum zahlte Gott in der Geschichte seiner Diener weniger auf äußere Erfolgsbilanzen als auf die innere Umgestaltung ein. Das Leben Jakobs in 1.Mose ist dafür bezeichnend: Vieles an List, Eigenwille und Berechnung zieht sich durch seine Biografie, doch über Jahre arbeitet Gott an seinem Inneren, bis aus Jakob „Israel“ wird – ein Mann, der in Schwachheit an Gott hängt und von ihm einen neuen Namen empfängt.

Einfach nur in der Gegenwart Gottes zu leben und zu wandeln, ohne seine Natur in dir zu haben, bedeutet sehr wenig. Seit Tausenden von Jahren wandeln die Engel in der Gegenwart Gottes, aber sie haben ihn nie zufriedengestellt. Nur eines kann Gottes Herz berühren: ein Volk zu haben, das gemäß seiner Natur lebt und wandelt. (Witness Lee, Life-Study of Hebrews, Botschaft achtundsechzig, S. 771)

Übertragen auf unser Leben heißt das: Der Ort, an dem wir uns befinden – im Gemeindesaal, im Dienst, am Arbeitsplatz, in der Familie –, ist zweitrangig gegenüber der Frage, aus welcher Natur heraus wir leben. Es ist möglich, im „Werk des Herrn“ aktiv zu sein, während im Verborgenen Stolz, Rivalität oder Menschenfurcht das Geschehen steuern. Ebenso kann ein unscheinbarer Alltag in Gottes Augen kostbar sein, wenn er aus der göttlichen Natur heraus gelebt wird: ein wahrhaftiges Wort, wo eine Halbwahrheit bequemer wäre; ein stilles Tragen von Unrecht, wo man sich leicht hätte rechtfertigen können; ein inneres Ja zu Gottes Weg, obwohl er den eigenen Plan durchkreuzt. In all dem zeigt sich, ob das Gesetz des Lebens und die Salbung des Geistes unser Sein prägen oder ob wir nach außen hin in Gottes Gegenwart stehen, innerlich aber von anderen Mächten getrieben werden.

Dass Gott mehr an unserem Sein als an unserem Tun interessiert ist, relativiert nicht den Dienst, sondern reinigt ihn. Als der Herr Jesus von den Jüngern verlassen wurde, weil seine Worte zu hart schienen, heißt es: „Viele nun von seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen: Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?“ (Johannes 6:60). Er lief ihnen nicht nach, um seine Anhängerschaft zu sichern; ihm war wichtiger, dass einige wenige in Wahrheit bei ihm blieben. Wo wir diese Linie erfassen, verliert die Angst vor scheinbarem „Misserfolg“ an Gewicht. Nicht die Menge der Ergebnisse, sondern die Übereinstimmung mit Gottes Natur ist entscheidend. Im Gemeindeleben wird dann der Ton ruhiger, die Vergleiche werden leiser, und es bleibt mehr Raum für das verborgene Werk des Geistes, der die Einzelnen im Leben wachsen lässt.

In der Offenbarung zeigt Gott uns am Ende der Schrift kein gigantisches Werk, sondern eine Stadt – das Neue Jerusalem –, die seine eigene Herrlichkeit widerspiegelt. Sie ist die ausgereifte Ausdrucksgestalt dessen, was er durch das Leben seines Sohnes in vielen Söhnen gewirkt hat. Diese Perspektive kann auch unseren Alltag durchziehen. Vieles bleibt unscheinbar und von außen schwer zu messen, doch in Gottes Rechnung zählt, ob sein eigenes Licht, seine Liebe, seine Treue durch unser Menschsein hindurchscheinen. Daraus wächst eine stille Freiheit: Weder Erfolgsdruck noch Resignation müssen das letzte Wort haben, weil der eigentliche Maßstab unverrückbar feststeht – Gottes Natur in uns. Wo wir uns daran erinnern, dass Gott es ist, der ruft, was nicht ist, wie wenn es wäre, darf neue Zuversicht aufkommen: Er kann aus brüchigen Lebensgeschichten, müden Diensten und unscheinbaren Wegen etwas hervorbringen, das seinem Sohn ähnlich ist. Und genau das ist es, was vor ihm Bestand hat.

– wie geschrieben steht: «Ich habe dich zum Vater vieler Nationen gesetzt» (Röm. 4:17)

Viele nun von seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen: Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören? (Joh. 6:60)

Im Licht dieser Wahrheit verändern sich Maßstäbe. Erfolg wird nicht mehr vorrangig an Sichtbarkeit, Zahlen oder Anerkennung gemessen, sondern daran, ob unsere Reaktionen, unsere Art zu sprechen, unsere verborgenen Entscheidungen mit der Natur Gottes übereinkommen. Das kann manches ernüchtern, befreit aber zugleich von innerem Druck. Niemand ist zu unbedeutend, um Gott zu erfreuen, wenn er im Kleinen nach der göttlichen Natur lebt; und niemand ist so exponiert im Dienst, dass Gott sich mit bloßen Ergebnissen zufriedengeben würde. So wird das Leben – persönlich wie im Gemeindekontext – zu einem Feld, auf dem Gott selbst an unserer inneren Wirklichkeit arbeitet. In dieser Sicht darf Hoffnung wachsen: Gott verliert seine Absicht mit uns nicht. Auch da, wo wir spüren, wie sehr alte Muster noch wirksam sind, bleibt sein Ruf bestehen, uns mehr und mehr in das Bild seines Sohnes zu verwandeln – und gerade das gibt unserem Tun und Lassen eine Würde, die über jedes vorläufige Resultat hinausreicht.


Vater, wir danken dir, dass du uns nicht nur nahe bei dir haben willst, sondern dass du uns in deine eigene Natur hineinziehst und uns zu Söhnen machst, die dich widerspiegeln. Wo wir oft noch von alten Mustern geleitet sind, bitten wir dich, dass das Gesetz des Geistes des Lebens in uns stärker wirksam wird und unser Inneres Schritt für Schritt verwandelt. Lass uns in Christus bleiben, damit dein Leben unsere Gedanken, unsere Worte und unsere Beziehungen prägt und die Gemeinde zu einem lebendigen Ausdruck deiner Herrlichkeit wird. Stärke in uns die Hoffnung, dass du dein Werk vollendest und uns in das Bild deines erstgeborenen Sohnes gleichgestaltest. In diesem Vertrauen übergeben wir dir unser Sein und unseren Weg. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Hebrews, Chapter 68

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