Das Wort des Lebens
lebensstudium

Praktische Tugenden der christlichen Vollkommenheit (11)

14 Min. Lesezeit

Wenn äußerer Druck zunimmt und Ungerechtigkeit scheinbar ungestraft bleibt, wird die Frage nach Gottes Eingreifen besonders scharf: Wie lange noch? Jakobus zeichnet ein realistisches Bild von Reichtum ohne Gott, leidenden Glaubenden und der Spannung zwischen gegenwärtigem Schmerz und der verheißenden Wiederkunft des Herrn. Gerade in dieser Spannung werden praktische Tugenden sichtbar, die echte christliche Reife ausmachen – Tugenden, die nicht aus eigener Kraft entstehen, sondern aus einem Leben, das sich vom Herrn formen lässt.

Reichtum ohne Gott und der Blick auf Gottes Gericht

Jakobus stellt sich in seinem Brief nicht vor die Armen, um sie gegen die Reichen aufzuwiegeln, sondern er stellt sich vor Gott und schaut von dort aus auf den Missbrauch von Reichtum. Wenn er schreibt: „Euer Reichtum ist verfault, und eure Kleider sind von Motten zerfressen worden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird zum Zeugnis sein gegen euch und euer Fleisch fressen wie Feuer; ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen“ (Jakobus 5:2–3), entlarvt er nicht nur eine gesellschaftliche Schieflage, sondern eine geistliche Blindheit. Reichtum, der ohne Gott angehäuft wird, ist in Gottes Augen bereits dem Verfall preisgegeben, auch wenn er äußerlich noch glänzt. Er trägt in sich den Keim des kommenden Gerichts und wird selbst zum Zeugen gegen den, der ihn festhält. Die Bilder von Fäulnis, Mottenfraß und Rost zeigen, dass materieller Besitz keine neutrale Größe ist: Er ist entweder in Gottes Hände übergeben und geheiligt, oder er bindet den Menschen an diese Welt und stellt sich am Ende gegen ihn.

In den Versen 2 und 3 sagt Jakobus über die Reichen, dass ihr Reichtum verfault ist, ihre Kleider von Motten zerfressen sind, ihr Gold und Silber verrostet ist und dass ihr Rost als Zeugnis gegen sie auftreten und ihr Fleisch fressen wird wie Feuer. (Witness Lee, Life-Study of James, Botschaft elf, S. 102)

Besonders scharf spricht Jakobus dort, wo Reichtum auf Ungerechtigkeit beruht: „Siehe, der von euch vorenthaltene Lohn der Arbeiter, die eure Felder geschnitten haben, schreit, und das Geschrei der Schnitter ist vor die Ohren des Herrn Zebaoth gekommen“ (Jakobus 5:4). Der Titel „Herr Zebaoth“ verbindet Jakobus mit der langen Linie der Schrift: Es ist derselbe „HERR der Heerscharen“, vor dessen Angesicht Elkana Jahr für Jahr in Silo anbeten ging, wie es heißt: „Und dieser Mann ging Jahr für Jahr aus seiner Stadt hinauf, um den HERRN der Heerscharen anzubeten und ihm in Silo zu opfern“ (1. Samuel 1:3). Der Name erinnert daran, dass Gott nicht ein ohnmächtiger Zuschauer ist, sondern der Herr über alle Heere, über sichtbare und unsichtbare Mächte, über Systeme, Märkte und Machtstrukturen. Wenn Löhne vorenthalten und Menschen ausgenutzt werden, schweigt die Erde vielleicht, aber der Lohn selbst schreit, und dieses Schreien dringt an ein Ohr, das niemals überhört. Gottes Gericht ist nicht zuerst eine Drohkulisse, sondern Ausdruck seiner Treue: Er nimmt ernst, was Menschen einander antun.

Jakobus zeichnet das Bild einer Generation, die „auf der Erde in Üppigkeit gelebt und geschwelgt“ und ihre Herzen „gemästet an einem Schlachttag“ hat (vgl. Jakobus 5:5). Wer so lebt, verfeinert seine Genüsse an dem Tag, an dem Gott bereits das Messer des Gerichts geschärft hat. Jeremia bringt dieses Empfinden drastisch zum Ausdruck: „Du aber, HERR, du kennst mich, du siehst mich und prüfst mein Herz, (wie es) zu dir (steht). Reiße sie fort wie Schafe zur Schlachtung und weihe sie für den Tag des Abschlachtens!“ (Jeremia 12:3). Was bei Jeremia als Ruf des leidenden Gerechten erscheint, nimmt Jakobus auf und legt es auf jene, die ihre Macht missbrauchen. Schließlich kulminiert der Missbrauch in der Ablehnung des Gerechten selbst: „Ihr habt verurteilt, ihr habt getötet den Gerechten; er widersteht euch nicht“ (Jakobus 5:6). Hinter diesem „Gerechten“ steht Christus, von dem Petrus sagt: „Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet“ (Apostelgeschichte 3:14). Wer Menschen um des Gewinns willen beiseiteschiebt, ist letztlich im Einklang mit der Haltung, die Christus ans Kreuz brachte.

Für die Gläubigen ist diese scharfe Rede nicht dazu bestimmt, sie in Bitterkeit gegen die Reichen zu bestärken, sondern sie in einen nüchternen, zugleich getrösteten Blick hineinzuführen. Ungerechtigkeit darf und soll als das benannt werden, was sie ist; doch das letzte Wort liegt nicht bei den Tätern und auch nicht bei den Opfern, sondern bei Christus als Richter, dem der Vater „das ganze Gericht übergeben“ hat (vgl. Johannes 5:22). Wer den Herrn der Heerscharen vor Augen hat, braucht sich nicht im inneren Gericht zu verzehren. Er kann Leid und Unrecht Gott hinhalten und darauf vertrauen, dass kein zurückgehaltener Lohn, keine verschluckte Träne, keine verleugnete Wahrheit im Dunkeln bleibt. In dieser Gewissheit wächst eine stille Freiheit: Reichtum verliert seine Macht, Unrecht verliert sein endgültiges Gewicht, und das Herz wird fähig, inmitten von Spannungen für Gottes Willen offen zu bleiben. Gerade dort, wo die Welt von Habgier und Härte geprägt ist, kann ein Herz, das sich an den gerechten Richter hält, einen anderen Ton anschlagen – einen Ton der Milde, der Ehrlichkeit und der Hoffnung, die über das Sichtbare hinausreicht.

Euer Reichtum ist verfault, und eure Kleider sind von Motten zerfressen worden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird zum Zeugnis sein gegen euch und euer Fleisch fressen wie Feuer; ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen. (Jak. 5:2-3)

Siehe, der von euch vorenthaltene Lohn der Arbeiter, die eure Felder geschnitten haben, schreit, und das Geschrei der Schnitter ist vor die Ohren des Herrn Zebaoth gekommen. (Jak. 5:4)

Wenn Reichtum sein falsches Gewicht verliert und Gottes Gericht wieder in den Horizont tritt, wird das Herz leichter, nicht schwerer. Die Erkenntnis, dass Gott das Unrecht sieht und sein Tag kommt, befreit von der inneren Not, alles selbst ausgleichen zu müssen. So wird es möglich, ehrlich zu arbeiten, großzügig zu teilen und in Spannungen nicht zu verhärten, sondern Gott den Raum zu lassen, den er sich vorbehalten hat.

Langmut und Ausdauer im Warten auf die Wiederkunft des Herrn

Nachdem Jakobus den Blick auf den Missbrauch von Reichtum gelenkt hat, wendet er sich wieder direkt an die Gläubigen und wechselt den Ton. Jetzt spricht er von einer Haltung, die mitten in ungerechten Verhältnissen bestehen kann: „Darum seid langmütig, Brüder, bis zum Kommen des Herrn“ (Jakobus 5:7). Langmut ist mehr als eine kurze Geduldsspanne; sie trägt den langen Atem Gottes in sich. Sie richtet sich vor allem auf Menschen: auf diejenigen, die uns verletzen, missverstehen oder belasten. Jakobus stellt uns in die Reihe der Propheten, „die im Namen des Herrn geredet haben“ und als Vorbilder des Leidens und der Geduld gelten (vgl. Jakobus 5:10). Sie trugen Verfolgung, Ablehnung und Spott, ohne sich aus Gottes Auftrag zurückzuziehen. Der Hebräerbrief fasst ihre Haltung so: „damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und Ausharren die Verheißungen erben“ (Hebräer 6:12). Langmut ist also nicht passiv, sondern eine tragende Kraft, die das Herz bei Gott festmacht, während Menschen schwanken oder sich gegen uns stellen.

Nach dem eingeschobenen Abschnitt in 5:1–6 folgt ein Wort über das erwartungsvolle Ausharren auf das Kommen des Herrn (5:7–11). Auch dies ist eine praktische Tugend der christlichen Vollkommenheit. Das Erwarten des Wiederkommens des Herrn ist keine Sache des Alten Testaments, sondern ganz und gar eine Sache des Neuen Testaments. (Witness Lee, Life-Study of James, Botschaft elf, S. 104)

Neben dieser Langmut gegenüber Menschen stellt Jakobus die standhafte Ausdauer unter Umständen. Wenn er vom „Ausharren Hiobs“ spricht und davon, dass man „das Ende des Herrn“ gesehen habe (vgl. Jakobus 5:11), zeigt er, wie Gott gerade durch lange, unverständliche Wege seine Barmherzigkeit offenbart. Hiobs Geschichte ist keine glatte Erfolgslinie; sie ist durchzogen von Fragen, Klagen und Schweigen Gottes. Trotzdem nennt die Schrift sein Verhalten Ausharren. In ähnlicher Weise beschreibt Paulus den Weg der Gläubigen: „wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, da wir wissen, dass die Bedrängnis Ausharren bewirkt“ (vgl. Römer 5:3). Ausdauer sieht das Ende nicht, aber sie hält an dem Gott fest, der das Ende kennt. Wenn Jakobus schreibt: „Habt auch ihr Geduld, befestigt eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen“ (Jakobus 5:8), dann verbindet er diese Tugenden mit der lebendigen Erwartung der Wiederkunft Christi. Die „Ankunft“ (gr. parousia) meint nicht nur einen Augenblick, sondern die gegenwärtig werdende Herrschaft des Herrn, die seine Entrückung, den Richterstuhl und das Hochzeitsmahl umfasst.

Die Nähe des Herrn hat bei Jakobus eine ganz konkrete Konsequenz: „Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür“ (Jakobus 5:9). Wer weiß, dass der Richter nahe ist, muss sich nicht selbst zum Richter seiner Geschwister machen. Das Murren gegeneinander, die leisen Beschwerden und inneren Vergleiche verlieren ihre scheinbare Berechtigung. Die Erwartung des Herrn wirkt wie ein Licht, das in unser Reden hineinleuchtet. Sie macht uns wachsam dafür, wie schnell unsere Worte eine Atmosphäre des Misstrauens statt des Vertrauens schaffen. Gleichzeitig tröstet sie: unsere Mühen, unser verborgener Dienst, unser treues Festhalten an Christus stehen nicht im luftleeren Raum, sondern in einem größeren Zusammenhang. Die Wiederkunft ist nicht nur das Ende von Leid, sondern die Offenbarung dessen, was Gott in der verborgenen Geduld seines Volkes gewirkt hat.

In dieser Perspektive verwandelt sich das Warten selbst in eine Form der Reife. Es wird nicht mehr als lästiger Zwischenraum empfunden, der möglichst schnell überbrückt werden soll, sondern als Zeit, in der Christus seine Gegenwart vertieft. Das Herz lernt, nicht nur auf Veränderung der Umstände zu hoffen, sondern auf das Kommen des Herrn selbst. So entsteht eine stille Freiheit gegenüber Menschen und Situationen. Langmut und Ausdauer werden zu inneren Kennzeichen eines Lebens, das auf Christus ausgerichtet ist. Wer so wartet, wird nicht stumpf, sondern wach, nicht hart, sondern mild. Die Nähe des wiederkommenden Herrn schenkt Mut, auch in schwierigen Beziehungen nicht zu resignieren und in bedrängenden Umständen die Hand Gottes zu suchen. Inmitten der Spannungen, die Jakobus beschreibt, wächst eine Hoffnung, die den Blick nach vorne richtet – dorthin, wo der Richter, der zugleich Bräutigam ist, sichtbar werden und jede versteckte Treue ehren wird.

Darum seid langmütig, Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Ackerbauer wartet sehnlichst auf die kostbare Frucht der Erde und übt sich ihretwegen in Langmut, bis sie den Frühregen und den Spätregen empfängt. (Jak. 5:7)

Habt auch ihr Geduld, befestigt eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen. (Jak. 5:8)

Wo die Wiederkunft des Herrn nicht nur ein Lehrsatz, sondern eine lebendige Erwartung ist, gewinnen Langmut und Ausharren eine neue Tiefe. Der Blick auf den nahen Richter nimmt dem inneren Murren die Kraft und schenkt die Freiheit, Menschen nicht festzulegen und schwere Wege nicht zu verfluchen. So wird das Warten selbst zu einem Ort, an dem Christus sein Bild prägt und ein stiller Mut wächst, der bis zu seinem Kommen trägt.

Wachstum im Leben – Reife als Vorbereitung auf die Wiederkunft

Das Bild des Bauern, das Jakobus verwendet, verbindet die Wiederkunft des Herrn mit einem verborgenen Wachstumsprozess: „Siehe, der Ackerbauer wartet sehnlichst auf die kostbare Frucht der Erde und übt sich ihretwegen in Langmut, bis sie den Frühregen und den Spätregen empfängt“ (Jakobus 5:7). Der Bauer kann die Zeiträume zwischen Aussaat und Ernte nicht verkürzen, aber er kann in diesen Zwischenzeiten wachsam bleiben, den Boden pflegen und auf den Regen achten. So zeichnet Jakobus Christus selbst als den eigentlichen Landwirt, der auf die Reife seiner Gemeinde wartet. Was er gesät hat, ist sein eigenes Leben; was er erwartet, ist nicht bloß Aktivität oder äußere Leistung, sondern eine „kostbare Frucht“: Menschen, in denen sein Wesen Gestalt angenommen hat. Das Warten auf die Wiederkunft wird so zum Warten auf Reife.

Während wir das Kommen des Herrn mit Langmut erwarten, wartet Er als der eigentliche Landwirt (Mt. 13:3) ebenfalls geduldig auf unsere Reife im Leben als Erstlingsfrucht und Ernte Seines Feldes (Offb. 14:4, 14–15). Unsere Reife im Leben kann die Dauer unserer Langmut und Seiner Geduld verkürzen. (Witness Lee, Life-Study of James, Botschaft elf, S. 104)

Die Schrift vertieft dieses Bild an anderer Stelle. In Offenbarung 14 werden „Erstlingsfrüchte“ genannt, von denen es heißt: „Diese sind unter allen Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und für das Lamm erkauft worden“ (Offenbarung 14:4), und kurz darauf sieht Johannes „einen, gleich einem Menschensohn, auf der Wolke sitzen“ mit einer scharfen Sichel in der Hand, bereit zur Ernte (vgl. Offenbarung 14:14–16). Hier wird sichtbar, dass die Geschichte nicht einfach auf ein plötzliches Ende zuläuft, sondern auf eine Ernte, in der das herangereifte Leben eingesammelt wird. Paulus beschreibt diesen inneren Prozess so: „indem wir in wahrer Liebe an der Wahrheit festhalten, wachsen wir in jedem Stück zu ihm hin, der das Haupt ist, Christus“ (vgl. Epheser 4:15). Wachstum im Leben bis zur Reife bedeutet, dass Christus zunehmend Raum gewinnt, dass seine Gedanken, seine Gesinnung, seine Sanftmut und seine Heiligkeit unser Inneres durchdringen.

Wenn Jakobus sagt: „Befestigt eure Herzen“ (Jakobus 5:8), dann meint er damit genau diesen inneren Reifeprozess. Ein befestigtes Herz ist kein hartes Herz. Es ist ein Herz, das nicht mehr von jeder Stimmung, jeder Nachricht, jeder Spannung hin- und hergerissen wird, sondern im Vertrauen auf den Herrn zur Ruhe kommt. Der frühe und der späte Regen verweisen auf den fortlaufenden Einfluss des Geistes Gottes, der dieses Wachstum bewirkt. Phasen der Freude und der Erfrischung gehören ebenso dazu wie Zeiten der Trockenheit und Prüfung. In allen aber bleibt der Herr derjenige, der das Wachstum gibt. Die Welt setzt ihre Hoffnung in das, was sich sichtbar vermehren lässt – Besitz, Einfluss, Optionen. Christus dagegen arbeitet an einem unsichtbaren Wachstum: Er sucht Menschen, die ihm im Innersten ähnlich geworden sind und in denen seine Herrschaft bereits jetzt Gestalt gewinnt.

In diesem Licht verändern sich Wartezeiten, Enttäuschungen und Umwege. Sie werden nicht mehr als bloßer Verlust empfunden, sondern als Räume, in denen Gott den inneren Menschen formt. Wenn Paulus schreibt: „Wenn wir ausharren, werden wir auch mitherrschen“ (vgl. 2. Timotheus 2:12), verbindet er das gegenwärtige Ausharren mit einer künftigen Teilhabe an der Herrschaft Christi. Reife ist nicht Voraussetzung, um angenommen zu sein – sie ist die Entfaltung dessen, was Gott bereits geschenkt hat. Jeder Schritt, in dem Christus mehr Gewicht in unserem Innern gewinnt, ist ein Schritt hin auf seine Wiederkunft. Daraus wächst eine stille Ermutigung: Unser oft unspektakuläres inneres Wachstum ist für den Herrn von größtem Wert. Während er auf seine kostbare Frucht wartet, darf das Herz lernen, sich nicht an das Tempo dieser Welt zu binden, sondern an seine Geduld. So wird das Warten auf ihn selbst zur Schule der Reife, und der Gedanke an sein Kommen erfüllt nicht mit Angst, sondern mit einer leisen Freude: Der Bauer, der so geduldig gewartet und gepflegt hat, wird seine Ernte nicht vergessen.

Darum seid langmütig, Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Ackerbauer wartet sehnlichst auf die kostbare Frucht der Erde und übt sich ihretwegen in Langmut, bis sie den Frühregen und den Spätregen empfängt. Habt auch ihr Geduld, befestigt eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen. (Jak. 5:7-8)

Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben; denn sie sind Jungfrauen. Diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin Es auch immer gehen mag. Diese sind unter allen Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und für das Lamm erkauft worden. (Offb. 14:4)

Wo Christus als der wartende Landwirt gesehen wird, verliert das Gefühl, im Stillstand zu sein, seine Schwere. Das Leben wird nicht mehr an äußeren Erfolgsmarken gemessen, sondern daran, wie Christus im Innern Gestalt gewinnt. Gerade lange, unscheinbare Wegstrecken erhalten so einen Sinn: Sie sind Teil der Zeit, in der der Herr seine Frucht reifen lässt. Dieser Blick schenkt Ruhe im Tempo Gottes und eine wachsende Freude auf den Tag, an dem seine Ernte eingebracht wird.


Herr Jesus Christus, danke, dass du der gerechte Richter und zugleich der barmherzige Herr voller Mitleid bist. Du siehst jede Ungerechtigkeit, jeden verborgenen Schrei und jedes stille Ausharren deiner Kinder, und nichts davon ist vor dir vergeblich. Stärke in uns die Langmut gegenüber Menschen und die Ausdauer in schwierigen Umständen, damit unser Herz nicht hart wird, sondern in deiner Liebe verwurzelt bleibt. Lass dein Leben in uns wachsen, bis wir reif werden wie eine Ernte, die dir Freude macht, und unsere Tage im Licht deiner Wiederkunft verstehen. In allem, was wir erleben, erfülle uns mit der Gewissheit, dass du kommst und dass dein Kommen gut ist, voll Trost, Gerechtigkeit und Herrlichkeit. Bewahre uns bis zu diesem Tag in deinem Frieden und in der Hoffnung, die nicht zuschanden wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of James, Chapter 11

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