Das Wort des Lebens
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Ausfüllen, was an den Bedrängnissen Christi noch fehlt

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Manche Verse der Bibel irritieren auf den ersten Blick – besonders, wenn sie scheinbar im Widerspruch zu unserem Bild von Christus stehen. Wenn Paulus davon spricht, dass er „ergänzt, was an den Bedrängnissen Christi noch fehlt“ (Kol. 1:24), taucht sofort die Frage auf: Kann an Jesu Leiden überhaupt etwas unvollständig sein? Hinter dieser Aussage steht jedoch keine Schwächung des vollbrachten Werkes am Kreuz, sondern eine tiefgehende Sicht auf den Weg, wie Christus heute seinen Leib aufbaut und warum treue Nachfolger unvermeidlich in seine Bedrängnisse hineingezogen werden.

Vollendete Erlösung – unvollendeter Weg des Leibes

Wenn Paulus davon spricht, dass er „in meinen Leiden für euch … das aus[fällt], was an den Bedrängnissen Christi noch fehlt“ (Kol. 1:24), berührt er ein Geheimnis, das nur in der inneren Ordnung Gottes verständlich wird. Auf der einen Seite ist das Leiden Christi für unsere Sünden endgültig und unüberbietbar. „Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit Er euch zu Gott hinführe“ (1. Petrus 3:18). Einmal – nicht wiederholbar, nicht ergänzungsbedürftig. Der Hebräerbrief betont die gleiche Linie, wenn es heißt, Christus sei „in der Vollendung der Zeitalter einmal zur Beseitigung der Sünde durch das Opfer Seiner Selbst offenbar gemacht worden“ (Hebr. 9:26). Wie der Hohepriester am Versöhnungstag allein ins Allerheiligste eintreten durfte, so steht Christus in diesem erlösenden Leiden für sich: kein Apostel, kein Märtyrer, kein noch so hingebungsvoller Gläubiger tritt hier an seine Seite. Vor dem Gnadenthron ist der Boden mit dem Blut des Einen besprengt, und jeder weitere Tropfen menschlichen Leidens könnte daran nichts verbessern.

Der Herr Jesus ging durch zwei Arten von Leiden: das Leiden für die Erlösung und das Leiden für die Hervorbringung und den Aufbau des Leibes, der Gemeinde. An Seinem Leiden für die Erlösung kann keiner von uns irgendeinen Anteil haben. Zu behaupten, wir könnten an diesem Leiden teilhaben, ist Lästerung. Er allein ist der Erlöser, und das Leiden für die Erlösung ist von Ihm vollständig vollbracht worden. (Witness Lee, Life-Study of Colossians, Botschaft zwölf, S. 99)

Und doch bleibt der Weg Christi mit seinem Leib nicht bei Golgatha stehen. Derselbe Herr, der einmalig als Opferlamm starb, bezeichnet sich zugleich als das Weizenkorn, das „in die Erde fällt und stirbt“ und gerade so „viel Frucht“ bringt (Joh. 12:24). Dieses Bild öffnet eine zweite Perspektive auf seine Leiden: Nicht mehr das stellvertretende Tragen der Sünde steht im Vordergrund, sondern das Freisetzen des göttlichen Lebens, aus dem die Gemeinde hervorgeht. In dieser Linie geht Christus bewusst nicht allein. Er bindet Paulus, Johannes, unzählige Glaubende und auch uns in eine Geschichte ein, in der seine Bedrängnisse in den Gliedern seines Leibes weitergehen – nicht zur Ergänzung der Erlösung, sondern zur Ausbreitung und zum Aufbau des Leibes. Dass „noch etwas fehlt“, heißt dann: Der Herr hat beschlossen, die Geschichte seiner leidenden Liebe nicht ohne die Mitarbeit seines Leibes zu schreiben. Wer das erkennt, muss nicht zwischen einem perfekten Werk und einem unvollkommenen Weg wählen, sondern lernt, beides zusammenzuhalten: Vollendete Erlösung – und ein noch nicht vollendeter Weg der Gemeinde, auf dem Christus sich in den Bedrängnissen seiner Glieder mit uns verbindet. In dieser Spannung liegt Trost: Nichts, was wir um seines Namens willen erdulden, fällt aus dem Rahmen seines vollbrachten Werkes, und doch ist nichts davon überflüssig für das, was er heute an seinem Leib tun will.

So wandelt sich der Blick auf persönliche Anfechtungen und Widerstände. Unter der Hand Gottes werden sie zu einem unscheinbaren, aber realen Anteil an der Geschichte Jesu mit seiner Gemeinde. Wer von der Vollkommenheit des Kreuzes her lebt, ist nicht dazu verurteilt, seine Leiden zu dramatisieren oder zu verharmlosen; er darf sie einordnen: Golgatha steht als Fundament unerschütterlich, und gerade deshalb sind die späteren Bedrängnisse nicht Beweis eines Mangels in der Erlösung, sondern Ausdruck der Geduld Christi mit seinem Leib. Diese Erkenntnis nimmt der eigenen Nachfolge den Druck, etwas „hinzufügen“ zu müssen, und schenkt zugleich die stille Würde, mit den eigenen Tränen, Missverständnissen und Verzichtswegen in eine größere Geschichte eingewoben zu sein. Wer sich so getragen weiß, entdeckt mitten in den Spannungen eine leise Freude: Die Lasten des Weges widersprechen nicht dem vollbrachten Werk, sondern werden von Christus gebraucht, damit sein Leib wächst, geklärt und gefestigt wird.

Jetzt freue ich mich in meinen Leiden für euch und fülle meinerseits das aus, was an den Bedrängnissen Christi noch fehlt, in meinem Fleisch für Seinen Leib, der die Gemeinde ist, (Kol. 1:24)

Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit Er euch zu Gott hinführe, einerseits im Fleisch zu Tode gebracht, andererseits aber im Geist lebendig gemacht, (1.Petr. 3:18)

Die klare Unterscheidung zwischen dem endgültigen, erlösenden Leiden Christi und den fortwährenden Bedrängnissen für seinen Leib löst eine stille Entlastung aus: Vor Gott ist nichts mehr zu leisten, um angenommen zu werden, und doch ist unser Weg nicht belanglos. Persönliche Widerstände erhalten einen Platz in der Geschichte des Leibes, ohne den Rang des Kreuzes anzutasten. Wer innerlich immer wieder an den Punkt zurückkehrt, an dem Christus „einmal für die Sünden gelitten“ hat, kann äußere Drangsale gelassener deuten: nicht als Zeichen göttlicher Distanz, sondern als Gelegenheit, dass das bereits vollbrachte Werk in anderen sichtbar wird. Aus dieser Gewissheit wächst Mut, auch unbeachtetes oder missverstandenes Leiden nicht als verlorene Energie zu sehen, sondern als Teil eines Weges, den Christus bewusst mit seinem Leib geht – ein Weg, auf dem seine Vollendung sicher ist, auch wenn der Bau seiner Gemeinde noch unterwegs ist.

Gemeinschaft der Leiden – Teilhabe an den Bedrängnissen Christi

Die Gemeinschaft der Leiden Christi bleibt abstrakt, solange sie nur als Lehrsatz im Raum steht. Sie gewinnt Kontur, wenn man sieht, wie die ersten Zeugen Jesu ihr eigenes Schicksal verstanden haben. Johannes nennt sich „euer Bruder und Mitteilhaber an der Trübsal und am Königreich und am standhaften Ausharren in Jesus“ (Offb. 1:9). Er beschreibt sich nicht als außergewöhnlichen Held, sondern als Bruder unter Brüdern – hineingestellt in dieselbe Mischung aus Bedrängnis, Herrschaft und Ausharren. Trübsal „in Jesus“ ist kein zufälliges Unglück, sondern Teilhabe an einem Weg, den der „Mann der Schmerzen“ (Jes. 53:3) selbst gegangen ist. Christus teilt sein Reich nicht losgelöst von seiner Trübsal aus, sondern verbindet beides: Mit seiner Herrschaft verbindet er einen Weg, auf dem seine Nachfolger dieselbe Art von Widerstand erfahren, die ihm begegnete.

In Offenbarung 1:9 sagt Johannes, dass er ein „Mitteilhaber an der Trübsal und am Königreich und am standhaften Ausharren in Jesus“ war. Dass wir Mitteilhaber an der Trübsal, am Königreich und am standhaften Ausharren in Jesus sind, macht deutlich, dass wir leiden. Als Jesus als Mensch auf der Erde lebte, litt Er unaufhörlich. Entsprechend der Geschichte Seines Lebens bezeichnet Sein Name Jesus eine leidende Person, einen Mann der Schmerzen (Jes. 53:3). Daher bedeutet es, ein Mitteilhaber der Trübsal in Jesus zu sein, zu leiden und verfolgt zu werden, während wir Jesus, dem Nazarener, nachfolgen. (Witness Lee, Life-Study of Colossians, Botschaft zwölf, S. 101)

Ganz praktisch zeigt sich das im Leben des Paulus. Er beschreibt sein Ausharren nicht als bloß persönliche Standhaftigkeit, sondern als Dienst an Gottes Volk: „Deswegen erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Errettung, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit erlangen“ (2. Tim. 2:10). Seine Gefängnismauern, seine Verletzungen, seine Enttäuschungen sind für ihn nicht in erster Linie private Tragödien, sondern Wege, auf denen Christus den Gemeinden dient. Was er erleidet, öffnet anderen den Raum, das Heil tiefer zu erfassen und darin gefestigt zu werden. In derselben Linie schreibt er an die Korinther, dass die Leiden Christi überreich auf ihn kommen, „so ist auch durch den Christus unser Trost überreich“ (2. Kor. 1:5). Die Bedrängnisse sind also nicht nur Last, sie werden zur Quelle eines Trostes, der nicht bei ihm stehenbleibt, sondern in die Gemeinden hineinfließt.

Wo ein Mensch im Verborgenen um Christi willen Missverständnisse aushält, Zurücksetzung erträgt oder die Mühe trägt, für andere im Glauben einzustehen, wiederholt sich etwas von dieser Dynamik. Das Leid, das aus der Liebe zur Gemeinde erwächst, ist nicht identisch mit dem Leiden für die Sünde – aber es gehört zu den Bedrängnissen Christi, durch die Leben weitergegeben und gestärkt wird. Die Gemeinschaft an seinen Leiden ist daher keine düstere Sonderstufe für besonders Fromme, sondern eine tiefe Verbundenheit mit dem Weg des Herrn, die mitten in einer ganz gewöhnlichen Nachfolge Gestalt annimmt. In ihr wächst eine stille, widerstandsfähige Freude: Nicht, weil Schmerz an sich etwas Wertvolles wäre, sondern weil Christus sich nicht zu schade ist, gerade solche Situationen zu benutzen, um andere zu trösten, zu ermutigen und innerlich aufzurichten.

Wer so auf die eigenen Drangsale schaut, entdeckt eine neue Bewegrichtung des Herzens. Die Frage verschiebt sich von „Warum ich?“ hin zu „Wozu in dir, Herr?“ – nicht als fromme Floskel, sondern als Ausdruck eines Vertrauens, das sich im Feuer gebildet hat. Es ist tröstlich, dass diese Gemeinschaft nicht von unserer Stärke abhängt, sondern von der Treue dessen, dessen Name schon in den Propheten mit Leid verknüpft ist. Der „Mann der Schmerzen“ ist es, der seine Gemeinde durch Menschen trägt, die selbst verwundet sind. In dieser Erkenntnis liegt Ermutigung: Kein um Christi willen ertragener Schmerz geht an seinem Leib vorbei; er verliert sich nicht im Dunkel, sondern wird zu einem verborgenen Faden, mit dem der Herr das Gewebe seiner Gemeinde dichter, wärmer und tragfähiger macht.

Ich, Johannes, euer Bruder und Mitteilhaber an der Trübsal und am Königreich und am standhaften Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, wegen des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu. (Offb. 1:9)

Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. (Jes. 53:3)

Die Teilhabe an den Bedrängnissen Christi für seine Gemeinde verleiht dem eigenen Leiden eine stille Würde. Ablehnung, Missverständnisse oder Mühen, die aus der Treue zu Christus und zum Aufbau seiner Gemeinde entstehen, sind nicht bloß belastende Randerscheinungen, sondern werden von Gott als Mittel gebraucht, um andere zu erreichen, zu trösten und zu festigen. Wer lernt, sich selbst eher als „Mitteilhaber an der Trübsal … in Jesus“ denn als isolierten Leidenden zu sehen, entdeckt, dass Christus mitten in der Schwachheit einen Strom seines Trostes freisetzt. Aus dieser Sicht erwächst eine schlichte, aber tragende Motivation: nicht wegen der Schmerzen, sondern wegen des Heils und der Freude der anderen an ihrem Platz zu bleiben. Die Gewissheit, dass der Herr selbst diese unscheinbare Treue sieht und ehrt, lässt den Weg, so schwer er bleiben mag, von einem leisen Glanz der Hoffnung durchzogen sein.

Zielgerichtetes Leiden – der Aufbau des Leibes Christi

Dass der Aufbau des Leibes Christi besonderen Widerstand hervorruft, gehört zu den durchgängigen Linien der Schrift. Schon der Herr selbst erfuhr die schärfste Gegenwehr nicht aus der offenen Gottlosigkeit, sondern aus der religiösen Welt. „Und darum verfolgten die Juden Jesus, weil er dies am Sabbat getan hatte“ (Joh. 5:16). Seine Zeichen der Barmherzigkeit entlarvten ein System, in dem Ordnung, Tradition und Selbstsicherheit wichtiger geworden waren als der lebendige Gott. Als die Apostel später im Namen Jesu wirkten, wiederholte sich dieses Muster: „Denn wir haben diesen Mann als eine Pest befunden und als einen, der unter allen Juden, die auf dem Erdkreis sind, Aufruhr erregt, und als einen Anführer der Sekte der Nazoräer“ (Apg. 24:5). Wo Christus selbst als Herr in den Mittelpunkt tritt und sein Leib sichtbar wird, fühlen sich alte Sicherheiten bedroht – sowohl in der Welt als auch in religiösen Strukturen.

Die Verfolgung gegen den Herrn Jesus hatte ihren Ursprung nicht in der weltlichen, sondern in der religiösen Welt. In der Apostelgeschichte sehen wir, dass es sich hinsichtlich der Verfolgung der Apostel genauso verhielt. Der Widerstand kam nicht hauptsächlich von den Nationen, sondern von der jüdischen Religion. In gleicher Weise haben sehr viele Märtyrer Verfolgung durch die Hand der Religion erlitten. Die Religion verfolgt immer die wirklichen Nachfolger Jesu. (Witness Lee, Life-Study of Colossians, Botschaft zwölf, S. 102)

Das Neue Testament macht deutlich, dass Gottes Ziel über die individuelle Bekehrung hinausgeht. Christus rettet nicht nur einzelne Seelen, er baut eine Gemeinde. „Auf diesen Felsen werde Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden nicht den Sieg über sie gewinnen“ (Matt. 16:18). Hier wird der Schauplatz der Auseinandersetzung benannt: Dort, wo der Herr seine Gemeinde baut, richten sich die Pforten des Hades auf. Daher ist es oft weniger anstößig, allgemein von Glauben oder Moral zu sprechen, als klar den Aufbau des Leibes Christi in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn aber Gläubige anfangen, nicht nur um ihr persönliches Wohlergehen zu kreisen, sondern sich als lebendige Steine in ein geistliches Haus einfügen lassen, gerät eine unsichtbare Grenze in Bewegung. Der Widerstand, der daraus entsteht – ob von außen oder innergemeindlich –, ist nicht nur psychologische Reibung, sondern Ausdruck der Tatsache, dass hier tatsächlich gebaut wird.

Gerade deshalb ist es so wichtig, dieses Leiden geistlich einzuordnen. Paulus kann sagen: „Deswegen erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Errettung, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit erlangen“ (2. Tim. 2:10). Seine Trübsale sind für ihn nicht einfach die Kehrseite eines engagierten Lebens, sondern Mittel, durch die Gott den Auserwählten hilft, tiefer in die Errettung hineinzuwachsen und ihren Platz im Leib zu finden. Wer das verstanden hat, muss Widerstand nicht romantisieren, aber er muss ihn auch nicht mehr nur als Störung der eigenen Pläne empfinden. Stattdessen darf er darin ein Zeichen dafür erkennen, dass der Herr tatsächlich an seinem Bauwerk arbeitet. Die Umwelt mag ein solches Werk als „Aufruhr“ oder „Sektenwesen“ missverstehen, doch im Licht Gottes wird es zu einem Ort, an dem Christus Gestalt gewinnt – und gerade deshalb umkämpft ist.

Für den persönlichen Weg bedeutet das: Nicht jede Schwierigkeit hat diese Qualität, aber dort, wo Gegenwehr gerade dann aufkommt, wenn Christus und sein Leib ins Zentrum rücken, berühren unsere Erfahrungen etwas vom geistlichen Kampf um den Aufbau der Gemeinde. Das kann schmerzen, irritieren und entmutigen. Zugleich liegt darin eine leise Bestätigung, dass die Bewegung nicht nur horizontal ist. Wenn der Herr zugesagt hat, dass die Pforten des Hades seine Gemeinde nicht überwältigen werden, schenkt das einen langen Atem. Man darf wissen: Kein Angriff, keine Verleumdung, kein innerer Konflikt, der aus echtem Ringen um den Leib Christi entsteht, ist das letzte Wort. Hinter allem steht der, der selbst der Baumeister bleibt. Diese Gewissheit nimmt dem Leiden nicht seine Schärfe, aber sie bewahrt davor, unter der Last zu zerbrechen. Stattdessen kann eine stille, zähe Hoffnung wachsen, dass gerade durch solche Spannungen die Gemeinde geklärt, verwurzelt und fester in Christus verankert wird.

Und darum verfolgten die Juden Jesus, weil er dies am Sabbat getan hatte. (Joh. 5:16)

Denn wir haben diesen Mann als eine Pest befunden und als einen, der unter allen Juden, die auf dem Erdkreis sind, Aufruhr erregt, und als einen Anführer der Sekte der Nazoräer; (Apg. 24:5)

Wo der Aufbau des Leibes Christi das Ziel wird, ist Widerstand kein Zufall, sondern Teil eines größeren Geschehens. Die Einsicht, dass sich die „Pforten des Hades“ besonders gegen die Gemeinde richten, schützt vor naiver Erwartung, aber auch vor bitterer Resignation. Leiden, die gerade dadurch entstehen, dass Christus und seine Gemeinde an erste Stelle gestellt werden, dürfen als Beteiligung an einem geistlichen Bau gelesen werden, nicht als bloße Störung des eigenen Lebensentwurfs. Wer seinen Weg so deutet, kann nüchtern und zugleich hoffnungsvoll bleiben: nüchtern, weil der Konflikt real ist; hoffnungsvoll, weil Christus selbst zugesagt hat, dass sein Bauwerk nicht scheitern wird. Daraus wächst eine stille Standfestigkeit, die sich nicht von jeder Gegenwehr erschüttern lässt, sondern ihre Kraft aus der Gewissheit zieht, dass der Herr selbst den Verlauf und das Ziel dieses Baues in seinen Händen hält.


Herr Jesus, führe uns im Licht Deines Wortes und schenke uns Gnade, die gezeigte Wahrheit nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag aus Deinem Leben zu erfahren. Bewahre uns in Deiner Gegenwart, damit unser Denken, Reden und Dienen von Dir geprägt wird und Dein Name in der Gemeinde verherrlicht wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Colossians, Chapter 12

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